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Die Feier der Taufe

Übersicht:

0 Anmeldung zur Taufe
1 Brief an Eltern eines Taufkindes
2 Inhaltliches zur Taufe
3 Die Feier der Kindertaufe
   3.1 Modell 1 - Taufe in der Messe
   3.2 Modell 2 - Taufe als eigener Gottesdienst
4 Bibelstellen zur Tauffeier
5 Möglichkeiten für Fürbitten
6 mögliche Segensgebete für das Kind
7 Einladungen unserer Pfarre
8 für Taufpaten – "Eine Verbindung für’s Leben"
9 Religiöse Früherziehung – "Laßt die Kinder zu mir kommen!"
10 Es muss nicht immer Taufe sein...
11 Die Feier der Annahme
12 Pfarrzeitung-Artikel: "Zugehörigkeit zur Kirche"
13 Pfarrzeitung-Artikel: "Keine Gnade bei der Taufe?"
14 Link zu Stephanscom.at zur Taufe



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Anmeldung zur Taufe

Die Anmeldung ist zu den normalen Öffnungszeiten des Pfarrbüros möglich:

nötige Dokumente:
Geburtsurkunde und Meldezettel des Kindes
Taufscheine von Eltern & Patin/-e

... Anmeldung bitte bis spätestens 2 Monate vor dem gewünschten Termin
Für allfällige Fragen stehen ihnen Pfarrbüro, wie auch Pfarrer Gerald Gump gerne zur Verfügung...

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1 Liebe Eltern!

Als Pfarrgemeinde von Schwechat gratulieren wir Euch herzlich zur Geburt Eures Kindes! Wir wünschen Euch und Eurer Familie, dass Ihr mit dem neuen Erdenbürger gute & segensreiche Jahre und Jahrzehnte erleben dürft.

Wir freuen uns, dass Ihr Euch entschlossen habt, Euer Kind zur Taufe zu bringen. Ihr stellt Euren Sprößling damit unter den Schutz Gottes, Ihr vertraut ihn dem Herrgott an. Auch dazu wollen wir gratulieren.

Das vorliegende Heftchen soll helfen, die eigentliche Feier, wie auch den Tauftag vorzubereiten und möglichst festlich zu gestalten. Das mit gutem Grund: Euer Kind wird ein offizielles Kind Gottes.

Falls wir Euch in der Vorbereitung helfen können oder irgendwelche Unklarheiten bestehen, bitten wir um kurze Nachricht!

So wünschen wir Euch und Eurem Kind gute Vorbereitung, festliche Tauffeierlichkeiten und vor allem Gottes reichsten Segen!

Eure
Pfarrgemeinde Schwechat

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2 Inhaltliches zur Taufe

Ein Mensch ist geboren. Seine Lebensgeschichte hat begonnen. Was für eine Geschichte wird sie werden? Eltern, Familie und Freunde werden sicherlich alles tun, dass die Lebensgeschichte den bestmöglichen Weg nimmt. Doch - vieles kann man nicht steuern, nicht vorhersehen, nicht beeinflussen. Alle werden das beste für das Kind versuchen, aber was wirklich daraus wird...

Als Christen haben wir die Hoffnung, dass wir bei all dem nicht auf uns allein gestellt sind. Wir glauben, dass ein liebender Herrgott Herr des Lebens, des Liebens und der Welt ist. Es ist ein Gott, der zum konkreten Menschen sein "JA der Liebe" sagt. "Noch ehe ich Dich im Mutterleib formte, habe ich Dich ausersehen, noch ehe Du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich Dich geheiligt. Fürchte Dich nicht; denn ich bin mit Dir um Dich zu retten" (Jer 1, 5a.8), sagt dieser Gott zum Menschen. Inmitten einer Welt, die von Zerstörung (Umwelt etc.), Ungerechtigkeit und Schuldverstrickung gezeichnet ist (die Theologie nennt das "Erbsünde"), gibt Gott sein Versprechen des Lebens.

Als Christen bekennen wir uns zum Mensch-gewordenen Gott Jesus Christus. Es war einer, der Unheil und Dunkelheit der Welt am eigenen Leib gespürt hat, aber in voller Entschlossenheit dagegen aufgetreten ist. Er ist den Weg des Liebens und Lebens für uns vorausgegangen. Dadurch hat er aber auch die Macht, die das Böse nunmal an sich hat, endgültig gebrochen. Mit diesem Jesus wird der Mensch in der Taufe untrennbar verbun-den. Durch ihn hat Sterben, Unheil und Tod nicht das letzte Wort - durch ihn ist der Christ ein von allem Bösen ("Sünde") "erlöster Mensch", er bekommt von Gott "Leben in Fülle" geschenkt. Die Liturgie nennt dies "in der Taufe neugeschaffen" oder "Leben aus Wasser und Heiligem Geist".

Mit der Taufe wird der Mensch auch in die Gemeinschaft der "Erlösten", in die Kirche aufgenommen - bei uns ganz konkret in die "Kirche von Schwechat". Der Christ ist damit Teil einer Gemeinschaft, die - in all ihren Schwächen und Fehlern - versucht, den Lebensweg mit diesem das Leben schenkenden Gott zu gehen. Daher ist Taufe nur im Rahmen einer christlichen Gemeinde möglich.

In der Taufe verspricht der Herrgott mit äußerlichen Zeichen, dass er auf den Menschen sein Leben lang liebevoll schauen wird.

Die Kindertaufe?!

Manche Eltern stellen sich die Frage, ob sie ohne Einwilligung des Kindes die Taufe erbitten sollen. Ähnlich, wie sie die Auswahl eines Arztes, des Kindergartens, oder vieler anderer Lebensumstände treffen, tun sie das auch bei der Taufe. Bei einer Kindertaufe hat dies jedoch zur Folge, dass es in ihrer Verantwortung liegt, der Taufe Inhalt zu geben, das heißt, dem Kind Gott auch näher zu bringen. Eine Taufe, ohne dass das Kind eine Chance hat, Gott kennenzulernen, ist nicht sinnvoll. Daher wird bei der Tauffeier auch nach der Glaubensüberzeugung der Eltern und Paten gefragt. Nach menschlichem Ermessen ist anzunehmen, dass das Kind damit dann aufwächst.

Nur wenn das Kind ein Leben mit Gott wirklich von innen kennenlernt, kann es sich später einmal auch selbst dafür oder dagegen entscheiden. Ich kann schließlich auch nicht sagen, das Kind solle einmal selbst entscheiden, ob es Musik mag, ohne ihm diese jemals vorzuspielen.

Wenn sich nun Eltern aus echtem Verantwortungsbewußtsein den Anforderungen nicht gewachsen fühlen, welche eine religiöse Erziehung des getauften Kindes an sie stellt, was spricht dann für die Taufe des Kindes? Ein Kind wird auch dann nicht in ein religiöses Vakuum hineingetauft, wenn in einer Pfarrgemeinde gläubige Menschen für die Taufe gutstehen wollen und den Eltern ihre Hilfe anbieten. Dabei kommt dem Taufpaten eine besondere Aufgabe zu, er soll ein Glaubensfreund des Kindes werden. Auch im Kindergarten, im Religionsunterricht der Schule, in den außerschulischen Kommunion- und Firmgruppen und bei den Kindergottesdiensten ist reichlich Gelegenheit, dem Kind religiöse Impulse zu vermitteln. Und ist in diesem Zusammenhang die Taufe der Kinder nicht insgesamt für Eltern und Familie eine Chance, die Welt des christlichen Glaubens in neuer, vertiefter Sicht kennenzulernen?

Der Tauftermin

Der eigentliche Tauftermin ist in der Osternacht (selbstverständlich auch heuer möglich). Im Zentrum des Kirchenjahres erneuern die Christen ihre Zugehörigkeit zu Gott ("Taufbekenntnis") und die Kandidaten werden in diese versammelte Kirche "hineingetauft". Aus diesem Grund finden in der Österlichen Bußzeit ("Fastenzeit") keine Taufen statt.

Darüber hinaus ist es möglich, die Taufe in der Sonntagsmesse zu feiern (zumeist in der Familien- und Kindermesse um 10.30 Uhr), sonst auch in extra Taufterminen des Sonntags. Wichtig bei jedem Termin ist, dass es keine "Privatfeier" einer Familie (dies würde dem Sinn der Aufnahme in die Gemeinde widersprechen), sondern eine Feier der ganzen Gemeinde ist, was sich durch Anwesenheit möglichst vieler mitfeiernder Christen ausdrückt.

Der Taufpate

Die meisten Eltern nehmen die Wahl der Paten sehr ernst. Paten sind so etwas wie geistige Mütter oder Väter für die Kinder. Und so suchen Eltern meist jemanden zum Paten aus, von dem sie sich eine Ergänzung und zusätzliche Stütze erwarten können: Sie wählen meist jemanden aus, der dem Kind durch seine Art und seine Persönlichkeit zusätzlich Impulse für seine seelische Entwicklung geben kann.

Es ist heute beim Paten - Gott sei Dank - weniger die Frage nach reichlichen Geschenken im Vordergrund, sondern ob jemand Zeit für das und Interesse am Kind finden kann.

Geschenke können dabei schöne Zeichen der Verbundenheit sein. Jedoch sollen sie sinnvoll gewählt sein. Die Sinnhaftigkeit eines "Taufbriefes" oder dgl., der viel kostet, dann einmal angesehen wird und ansonsten mehr im Weg liegt als Erinnerung bietet, ist z. B. anzuzuweifeln. Frage vor der Geschenkauswahl: Was tut meinem Taufkind gut, was braucht es wirklich, wird auch in einem Geschenk mein Amt als Taufpate deutlich (nicht in der finanziellen Größe meßbar!)? Wie wär’s z. B. mit einer selbst gestalteten Taufkerze, einem persönlich gebasteltes Taufandenken oder später einmal mit einem Zeitgutschein (3 gemeinsame Sonntage verbringen, ...) - der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein - der Geldbörse schon!

Was oft nicht im allgemeinden Bewußtsein ist: Paten sollen dem Kind auch helfen, in der christlichen Gemeinde heimisch zu werden. Sie sollen eine Verbindung zur Kirche fördern, ein "Glaubensfreund" des Kindes werden. Da ist eine Fülle von Gesprächen, vor allem aber aktives Vorleben wichtig!

Der Name - Namenstag

Meist schon während der Schwangerschaft überlegen die Eltern, wie ihr Kind heißen soll. Es ist ein fundamentales Recht der Eltern, ihrem Kind einen Namen zu geben. Daher haben sie auch das Recht, es mit Namen am Beginn der Tauffeier der versammelten Gemeinde vorzustellen (Pfarrer: "Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?")!

Bei Christen hat der Name aber eine noch weit tiefere Bedeutung. Der Name ist ja nicht nur dazu da, zwei Personen voneinander zu unterscheiden - da würden Nummern ausreichen. Der Name meint den ganzen Menschen, seine Individualität, seinen Charakter, seine Bedürfnisse, Vorlieben, Stärken und Schwächen. Er meint den Menschen ganz! Gott sagt: "Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!" (Jer 43,1).

Auch ist man als Christ nach einem Heiligen ("Namenspatron") benannt. So ist es guter, christlicher Brauch, dessen Gedenktag als "Namenstag" des Kindes zu feiern. So könnte an diesem Tag eine kleine Familienfeier, die brennende Taufkerze, eine Segnung (wie bei der Taufe kleines Kreuzerl auf die Stirne zeichen) oder Ähnliches das Kind daran erinnern, dass Gott zu ihm in der Taufe sein JA der Liebe gesagt hat!

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3 Die Feier der Kindertaufe

Modell 1 – Taufe in der Messe

1 Eröffnung der Feier

Angehörige sind gebeten, etwa 10 min vor Beginn in der Kirche (1. Reihe) Platz zu nehmen
Nach Einzug & Eröffnungslied kommt der Pfarrer (mit Mikrofon) zur Familie

Pfarrer: Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?

Eltern: N. (= Vorname/n)

Es ist Recht der Eltern, ihr Kind der Gemeinde voll Stolz vorzustellen!

Pfarrer: Was erbittet Ihr von der Kirche für N.?

Eltern: Die Taufe (oder: dass sie / er ein Kind Gottes wird oder Ähnliches)

Die Eltern deklarieren öffentlich, dass sie selbst die Taufe für Ihr Kind wollen.

Pfarrer: Liebe Eltern! Ihr habt für Euer Kind die Taufe erbeten. Damit erklärt Ihr Euch bereit, es im Glauben und Lieben zu erziehen. Es soll Gott, den Nächsten und sich selbst lieben lernen, wir Christus es uns vorgelebt hat. Seid Ihr Euch dieser Aufgabe bewußt?

Eltern: JA!

Vor versammelter Gemeinde deklarieren die Eltern, dass sie sich der mit der Taufe verbundenen Verantwortung bewußt sind.

Priester: Liebe/r Patin/e! Die Eltern dieses Kindes haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Auf Ihre Weise sollen Sie mithelfen, dass aus diesem Kind ein guter Mensch und Christ wird. Sind Sie dazu bereit?

Patin/e: Ja!

Vor versammelter Gemeinde deklariert auch die Patin / der Pate, dass sie / er um ihre / seine damit übernommene Verantwortung weiß.

Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen

Die Taufkinder werden durch Pfarrer, Eltern, Paten und einigen Vertreter von Gemeinde und Familie mit einem kleinen Kreuz auf der Stirne bezeichnet. Es ist Zeichen Jesu, Zeichen Gottes, der sein JA der Liebe verspricht. Es wäre schön, wenn getaufte Kinder bei besonderen Anlässen (Wegfahren, Schlafengehen, Geburts- und Namenstag, ...) durch ihre Eltern genauso gesegnet werden - eine Erinnerung an das liebende Versprechen Gottes in der Taufe.

Es folgen Glorialied (Loblied) & Tagesgebet

2 Wortgottesdienst

Es werden die Lesungen des Sonn- oder Festtages verkündet – in der Predigt wird die damals gegebene Botschaft in unsere heutige Situation „übersetzt“.

Nach den biblischen Texten, sowie der Predigt erfolgt die

3 Spendung der Taufe

Das Taufwasser wird geweiht

Der Pfarrer spricht ein Gebet über das Wasser, indem er Gott für all sein großartiges Tun lobt. Er ist der Spender des Lebens. Das Hauptsymbol für Leben ist Wasser. Wasser reinigt, erfrischt, macht lebendig. Das für die Taufe vorbereitete Wasser wird damit gesegnet.

Absage und Glaubensbekenntnis

Mit der Taufe übernehmen Eltern, Paten und die Gemeinde die Verantwortung, ihr Kind im Vertrauen auf Gott zu erziehen. Eine Kindertaufe hat nur dann Sinn, wenn das Kind (durch Eltern, Paten, Familie...) die Chance hat, Gott kennenzulernen. Deswegen sind Eltern, Paten und Gemeinde nun hier eingeladen, ihr eigenes Vertrauen auf Gott im "Taufbekenntnis" zum Ausdruck zu bringen. Zuerst wird allem Bösen in der Welt eine Absage erteilt:

Pfarrer: Widersagt ihr ..... - Alle: Wir widersagen!,

dann wird Vertrauen auf = Glauben an Gott in der uralten, dreigliedrigen Form zum Ausdruck gebracht:

Pfarrer: Glaubt ihr an Gott Vater....(Sohn, Hl. Geist) - Alle: Wir glauben!

Taufe

Der Pfarrer gießt das Taufwasser hintereinander über den Kopf der Kinder und spricht:

N. (Vornamen), ICH TAUFE DICH IM NAMEN DES VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES! - AMEN!

Taufe - von Gott als Kind angenommen, mit neuem, ewigen Leben beschenkt, gebadet in der Liebe Gottes. Ihm für’s Leben anvertraut - unwiderruflich!

Deutende = deutlich machende Riten:

Mit 3 Symbolen soll all das, was den Kindern in der Taufe geschenkt wurde, deutlich werden:

-) Salbung mit Chrisam

Ein frisch gebadetes Kind wird eingecremt - es soll gesund bleiben. Bei Wunden, Unreinheiten od. Ä. gibt es Cremen, Öle oder Salben. In früheren Zeiten wurden die wichtigsten Leute für Ihre Ämter (Priester, Propheten, Könige) "gesalbt". Auch Jesus war ein Gesalbter (Christos - griech. = der Gesalbte). Getaufte werden gesalbt. Ihnen ist Heil und Leben von Gott garantiert, sie sind vor Gott so bedeutend, wie jeglicher Prophet oder König, gehören für immer zu diesem "Gesalbten" Jesus Christus.

-) eventuell: Das weiße Taufkleid

Wenn vorhanden wird den Neugetauften das weiße Kleid überreicht. Es ist als weißes Kleid Zeichen der Freude, Reinheit, Lebens und Unschuld ("weiße Weste").

-) Die Taufkerze

Die brennende Osterkerze ist Symbol für den auferstandenen Jesus Christus, der das Dunkel der Welt und auch meines persönlichen Lebens hell macht. Die Kinder (die Paten übernehmen sie stellvertretend) erhalten nun ihre kleine Osterkerze: Christus hat ihnen in der Taufe Auferstehung und Leben geschenkt!

Fürbitten

Wünsche, Hoffnungen, Bitten und Sorgen werden gemeinsam vor Gott gebracht. Wir sagen dem Herrgott, worum wir ihn bitten. Nach jeder durch Eltern, Familien oder sonstige Mitfeiernde vorgetragenen Bitte antworten alle: "Wir bitten Dich, erhöre uns!" Schön wäre es, wenn aus der Familie 2-3 Bitten kommen (bitte kurz & prägnant formulieren); weitere Infos dazu siehe „5 – Möglichkeiten für Fürbitten“

4 Eucharistiefeier

Die Eucharistiefeier des Sonntags, der "Höhpunkt des Gemeindelebens" wird nun in gewohnter Weise gefeiert, allerdings erstmals mit dem neugetauften Christen, dem getauften Kind.

5 Entlassung

Segen

Ein Segensgebet wird durch Eltern, Paten, Angehörige oder gemeinsam gebetet. Etwaige Taufandenken (Ketterl, Taufbücherl, od. dgl.) können gesegnet werden. Dann segnet der Pfarrer die Mütter, Väter, Paten und die gesamte Gemeinde. Er spricht ihnen im Auftrag Gottes dessen Segen, Hilfe und Schutz zu.

Wichtig / Was ist noch zu tun:

Bis ca. 2 Tage vor der Taufe an das Pfarrbüro (Pfarre Schwechat, 2320 Schwechat, Hauptplatz 5, Tel: 01 / 707 64 75, Fax: / 22, eMail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ) bekanntgeben:

*) Welches (und ob überhaupt ein) Segensgebet genommen wird - wer liest es vor? (vgl. unten)

*) Vorbereiten von Fürbitten (vgl. unten)

Zur Taufe mitnehmen:

*) Taufkerze für das Taufkind

*) ggf. Taufkerzen anderer, die Taufe mitfeiernder Kinder

*) ggf. – wenn vorhanden - Taufkleid




Modell 2 – Taufe als eigener Gottesdienst
Bei einem eigenen Gottesdienst werden im Regelfall mehrere Kinder gemeinsam getauft – Taufe bedeutet ja Aufnahme in die konkrete, kirchliche Gemeinschaft!

1 Eröffnung der Feier - vor der Kirche

Pfarrer: Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?

Eltern: N. (= Vorname/n)

Es ist Recht der Eltern, ihr Kind der Gemeinde voll Stolz vorzustellen!

Pfarrer: Was erbittet Ihr von der Kirche für N.?

Eltern: Die Taufe (oder: dass sie / er ein Kind Gottes wird oder Ähnliches)

Die Eltern deklarieren öffentlich, dass sie selbst die Taufe für Ihr Kind wollen.

Pfarrer: Liebe Eltern! Ihr habt für Euer Kind die Taufe erbeten. Damit erklärt Ihr Euch bereit, es im Glauben und Lieben zu erziehen. Es soll Gott, den Nächsten und sich selbst lieben lernen, wir Christus es uns vorgelebt hat. Seid Ihr Euch dieser Aufgabe bewußt?

Eltern: JA!

Vor versammelter Gemeinde deklarieren die Eltern, dass sie sich der mit der Taufe verbundenen Verantwortung bewußt sind.

Priester: Liebe/r Patin/e! Die Eltern dieses Kindes haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Auf Ihre Weise sollen Sie mithelfen, dass aus diesem Kind ein guter Mensch und Christ wird. Sind Sie dazu bereit?

Patin/e: Ja!

Vor versammelter Gemeinde deklariert auch die Patin / der Pate, dass sie / er um ihre / seine damit übernommene Verantwortung weiß.

Abschluß mit einem Gebet

2 Wortgottesdienst - beim Taufbrunnen

Lesung aus der Bibel

Eine für diese Feier ausgewählte Passage aus der Heiligen Schrift soll Gott praktisch selbst "zu Wort kommen" lassen - siehe Seite

Predigt

Die Predigt versucht, das "Wort Gottes" in die konkrete Situation hinein auszulegen, zu deuten.

Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen

Die Taufkinder werden durch Pfarrer, Eltern, Paten und Familien mit einem kleinen Kreuz auf der Stirne bezeichnet. Es ist Zeichen Jesu, Zeichen Gottes, der sein JA der Liebe verspricht. Es wäre schön, wenn getaufte Kinder bei besonderen Anlässen (Wegfahren, Schlafengehen, Geburts- und Namenstag, ...) durch ihre Eltern genauso gesegnet werden - eine Erinnerung an das liebende Versprechen Gottes in der Taufe.

Die Namenspatrone

An dieser Stelle können die Namenspatrone der Kinder mit ihrer Biografie, sowie die eigentliche Bedeutung (Übersetzung) der Namens vorgestellt werden.

Anrufung der Heiligen: Pfarrer: Heilige/r N. - Alle: Bitte/t für uns!

Mit der Taufe werden die Kinder in die "Gemeinschaft der Heiligen" = "Gemeinschaft der Getauf-ten" aufgenommen. Die wichtigsten, schon gestorbenen Christen werden jetzt benannt. Als Christen haben wir die Hoffnung, dass wir nach dem Tod bei Gott leben dürfen. Sie, die schon bei Gott sind, werden um ihre besondere "Obacht" auf die Kinder gebeten!

Fürbitten

Wünsche, Hoffnungen, Bitten und Sorgen werden gemeinsam vor Gott gebracht. Wir sagen dem Herrgott, worum wir ihn bitten. Nach jeder durch Eltern, Familien oder sonstige Mitfeiernde vorge-tragenen Bitte antworten alle: "Wir bitten Dich, erhöre uns!" (siehe Seite )

Gebet

3 Spendung der Taufe - beim Taufbrunnen

Das Taufwasser wird geweiht

Der Pfarrer spricht ein Gebet über das Wasser, indem er Gott für all sein großartiges Tun lobt. Er ist der Spender des Lebens. Das Hauptsymbol für Leben ist Wasser. Wasser reinigt, erfrischt, macht lebendig. Das für die Taufe vorbereitete Wasser wird damit gesegnet.

Absage und Glaubensbekenntnis

Mit der Taufe übernehmen Eltern, Paten und die Gemeinde die Verantwortung, ihr Kind im Ver-trauen auf Gott zu erziehen. Eine Kindertaufe hat nur dann Sinn, wenn das Kind (durch Eltern, Paten, Familie...) die Chance hat, Gott kennenzulernen. Deswegen sind Eltern, Paten und Gemeinde nun hier eingeladen, ihr eigenes Vertrauen auf Gott im "Taufbekenntnis" zum Ausdruck zu bringen. Zuerst wird allem Bösen in der Welt eine Absage erteilt:

Pfarrer: Widersagt ihr ..... - Alle: Wir widersagen!,

dann wird Vertrauen auf = Glauben an Gott in der uralten, dreigliedrigen Form zum Ausdruck gebracht:

Pfarrer: Glaubt ihr an Gott Vater....(Sohn, Hl. Geist) - Alle: Wir glauben!

Taufe

Der Pfarrer gießt das Taufwasser hintereinander über den Kopf der Kinder und spricht:

N. (Vornamen), ICH TAUFE DICH IM NAMEN DES VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES! - AMEN!

Taufe - von Gott als Kind angenommen, mit neuem, ewigen Leben beschenkt, gebadet in der Liebe Gottes. Ihm für’s Leben anvertraut - unwiderruflich!

Deutende = deutlich machende Riten:

Mit 3 Symbolen soll all das, was den Kindern in der Taufe geschenkt wurde, deutlich werden:

-) Salbung mit Chrisam

Ein frisch gebadetes Kind wird eingecremt - es soll gesund bleiben. Bei Wunden, Unreinheiten od. Ä. gibt es Cremen, Öle oder Salben. In früheren Zeiten wurden die wichtigsten Leute für Ihre Ämter (Priester, Propheten, Könige) "gesalbt". Auch Jesus war ein Gesalbter (Christos - griech. = der Gesalbte). Getaufte werden gesalbt. Ihnen ist Heil und Leben von Gott garantiert, sie sind vor Gott so bedeutend, wie jeglicher Prophet oder König, gehören für immer zu diesem "Gesalbten" Jesus Christus.

-) eventuell: Das weiße Taufkleid

Wenn vorhanden wird den Neugetauften das weiße Kleid überreicht. Es ist als weißes Kleid Zeichen der Freude, Reinheit, Lebens und Unschuld ("weiße Weste").

-) Die Taufkerze

Die brennende Osterkerze ist Symbol für den auferstandenen Jesus Christus, der das Dunkel der Welt und auch meines persönlichen Lebens hell macht. Die Kinder (die Paten übernehmen sie stellvertretend) erhalten nun ihre kleine Osterkerze: Christus hat ihnen in der Taufe Auferstehung und Leben geschenkt!

4 Abschluß der Tauffeier - vor dem Altar

Vater unser

Stellvertretend für die Kinder, die nun "Kinder Gottes" sind, beten wir als Gemeinschaft der "Kinder Gottes" das Gebet Jesu.

Segen

Ein Segensgebet wird durch Eltern, Paten, Angehörige oder gemeinsam gebetet. Etwaige Taufandenken (Ketterl, Taufbücherl, od. dgl.) werden gesegnet. Dann segnet der Pfarrer die Mütter, Väter, Paten und Angehörige. Er spricht ihnen im Auftrag Gottes dessen Segen, Hilfe und Schutz zu.

Wichtig / Was ist noch zu tun:

Bis ca. 2 Tage vor der Taufe an das Pfarrbüro (Pfarre Schwechat, 2320 Schwechat, Hauptplatz 5, Tel: 01 / 707 64 75, Fax: / 22, eMail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ) bekanntgeben:

*) Wenn eine Lesung selbst ausgewählt werden sollte (möglichst keine Evangeliumsstelle): Welche Lesung aus der Bibel genommen wird (Überschrift) - wer liest sie vor? (vgl. unten)

*) Welches (und ob überhaupt ein) Segensgebet genommen wird - wer liest es vor? (vgl. unten)

*) Vorbereiten von Fürbitten (vgl. unten)

Zur Taufe mitnehmen:

*) Taufkerze für das Taufkind

*) ggf. Taufkerzen anderer, die Taufe mitfeiernder Kinder

*) ggf. – wenn vorhanden - Taufkleid


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4 Bibelstellen zur Tauffeier

Der Herr ist mein Hirte - Psalm 23 (GN)

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Du bringst mich auf saftige Weiden, läßt mich ruhen am frischen Wasser und gibst mir neue Kraft. Auf sicheren Wegen leitest du mich, dafür bürgst du mit deinem Namen. Und geht es auch durchs dunkle Tal, ich habe keine Angst! Du, Herr, bist bei mir; du schützt mich und führst mich, das macht mir Mut. Vor den Augen meiner Feinde, deckst du mir deinen Tisch. Als Gast nimmst du mich bei dir auf und füllst mir den Becher bis oben hin. Deine Güte und Liebe umgeben mich an allen kommenden Tagen und in deinem Haus darf ich nun bleiben mein Leben lang.

Gott, der Beschützer - Jesaja 43,1-7 (GN)

Jetzt aber sagt Gott, der Herr, der dich ins Leben gerufen hat, du Nachkom-menschaft Jakobs, Volk Israel: "Fürchte dich nicht, ich befreie dich! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. Mußt du durchs Wasser gehen, so bin ich bei dir; auch in reißenden Strömen wirst du nicht ertrinken. Mußt du durchs Feuer gehen, so bleibst du unversehrt; keine Flamme wird dir etwas anhaben können. Denn ich bin der Herr, dein Gott; ich der heilige Gott Israels, bin dein Retter. Ich gebe Ägypten für dich als Lösegeld, Nubien und Äthiopien noch dazu. Völker gebe ich für dich hin, ja die ganze Welt, weil du mir so viel wert bist und ich dich liebe. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Von Osten und Westen hole ich die zerstreuten Israeliten zusammen. Zum Norden sage ich: 'Gib sie heraus!', und zum Süden: 'Halte sie nicht zurück!' Laßt meine Töchter und Söhne aus den fernsten Ländern der Erde heimkehren! Denn sie sind das Volk, das meinen Namen trägt. Zu meiner Ehre habe ich es geschaffen und ins Leben gerufen."

Gott als fürsorgliche Mutter - Jesaja 49,15-16 (GN)

Der Herr sagt: Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie geboren hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht! Sie her, ich habe dich, Jerusa-lem, unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet; deine Mauern sind mir stets vor Augen.

Ich habe dich auserwählt - Jeremia 1,5.8 (GN)

Der Herr sagt zu mir: Schon ehe ich dich ins Leben rief, hatte ich einen Plan mit dir. Als du noch nicht geboren warst, hatte ich bereits die Hand auf dich gelegt. Denn zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Hab keine Angst, denn ich bin bei dir und werde dich beschütezn. Ich, der Herr, sage es!

Ich gieße reines Wasser über euch aus - Ezechiel 36,24-28 (GN)

Ich hole euch aus allen Völkern, ich sammle euch aus allen Ländern und bringe euch wieder in eure Heimat zurück. Dann besprenge ich euch mit reinem Wasser und wasche den ganzen Schmutz ab, der durch den Umgang mit euren Götzen an euch haftet. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz aus Fleisch, das fühlt. Ich erfülle euch mit meinem Geist und mache aus euch Menschen, die nach meinem Willen leben, die auf meine Gebote achten und sie befolgen. Dann werdet ihr nie mehr aus dem Land vertrieben werden, das ich euren Vorfahren gegeben habe. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.

Ich bin bei euch - Evangelium nach Matthäus 28,18-20 (GN)

Jesus trat auf seine Jünger zu und sagte: Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.

Du bist mein geliebter Sohn, dich habe ich erwählt - Mk 1,9-11 (GN)

Zu jener Zeit kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriß und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. Zugleich hörte er eine Stimme vom Himmel her sagen: Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt.

Jesus und die Kinder - Evangelium nach Markus 10,13-16 (GN)

Einige Leute brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte, aber die Jünger wiesen sie ab. Als Jesus es bemerkte, wurde er zornig und sagte zu seinen Jüngern: Laßt die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht, denn gerade für sie steht die neue Welt Gottes offen. Täuscht euch nicht: Wer sich der Liebe Gottes nicht wie ein Kind öffnet, wird sie niemals erfahren. Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Wiedergeboren aus Wasser und Geist - Johannesevangel. 3,1-6.8a(GN)

Einer der führenden jüdischen Männer war Nikodémus; er gehörte zu den Pharisäern. Eines Nachts kam er zu Jesus und sagte zu ihm: Wir wissen, dass Gott dich gesandt und dich als Lehrer bestätigt hat. Nur mit Gottes Hilfe kann jemand solche Taten vollbringen, wie du sie tust. Jesus antwortete: Ich versichere dir: Nur wer von neuem geboren ist, wird Gottes neue Welt zu sehen bekommen. Da fragte Nikodémus: Wie kann ein erwachsener Mensch noch einmal geboren werden? Er kann doch nicht in den Leib seiner Mutter zurückkehren und ein zweites mal auf die Welt kommen! Jesus sagte: Ich versichere dir: Nur wer von Wasser und Geist geboren wird, kann in Gottes neue Welt hineinkommen. Was Menschen zur Welt bringen, ist und beleibt menschlich. Geistliches aber kann nur vom Geist Gottes geboren werden. Der Geist weht, wo es ihm gefällt.

Lebendiges Wasser des Lebens - Evangelium nach Johannes 4,5-14 (GN)

Jesus kam in die Nähe des Dorfes Sychar, das nicht weit von dem Feld entfernt liegt, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war von dem langen Weg müde geworden und setzte sich an den Brunnen. Es war gegen Mittag. Seine Jünger waren ins Dorf gegangen, um etwas zu essen zu kaufen. Da kam eine samaritanische Frau zum Wasserholen, und Jesus sagte zu ihr: Gib mir einen Schluck Wasser! Die Frau antwortete: Du bist Jude und ich bin eine Samaritanerin. Wie kannst du mich da um etwas zu trinken bitten? Die Juden vermeiden nämlich jeden Kontakt mit Samaritanern. Jesus antwortete: Wenn du wüßtest, was Gott schenken will und wer dich jetzt um Wasser bittet, dann hättest du ihn um Wasser gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Da sagte die Frau: Du hast doch keinen Kübel und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann lebendiges Wasser haben? Unser Stammvater Jakob hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst, seine Söhne und seine ganze Herde tranken aus ihm. Du willst doch nicht sagen, dass du mehr bist als Jakob? Jesus antwortete: Wer dieses Wasser trinkt wird wieder durstig. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird niemals mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die ewiges Leben schenkt.

Auf Seinen Tod getauft - Römerbrief 6,3-5 (GN)

Durch die Taufe sind wir alle mit Jesus Christus verbunden worden. Wißt ihr nicht, was das bedeutet? Die Taufe verbindet uns mit seinem Tod. Als wir getauft wurden wurden wir mit ihm begraben. Aber wie er durch die wunderbare Macht Gottes, des Vaters, vom Tod auferweckt wurde, so können und sollen auch wir jetzt ein neues Leben führen. Wie wir mit Christus im Tod vereint waren, sollen wir auch zusammen mit ihm leben.

Gott wird bei den Seinen alles zum Guten führen - Römerbrief 8,28-32 (GN)

Wir wissen, wenn Gott jemanden liebt, muß alles dazu beitragen, dass er das Ziel erreicht, zu dem Gott ihn nach seinem Plan berufen hat. Gott hat alle, die er ausgewählt hat, dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Denn als der Auferstandene soll er der erste unter vielen Brüdern sein. Alle aber, die Gott im voraus dazu bestimmt hat, die hat er auch berufen. Und wenn er jemand berufen hat, dann sorgt er auch dafür, dass er vor ihm bestehen kann. Und wer vor ihm bestehen kann, dem gibt er Anteil an seiner eigenen Herrlichkeit.

Zu einem Leib getauft - 1. Korintherbrief 12,12-13 (GN)

Man kann die Gemeinde Christi mit einem Leib vergleichen, der viele Glieder hat. Obwohl er aus so vielen Teilen besteht, ist der Leib doch einer. Denn wir alle, Juden und Nichtjuden, Sklaven und Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib Christi eingegliedert worden, und wir haben auch alle an dem selben Geist Anteil bekommen.

Die Gotteskindschaft - Galaterbrief 3,26-28 (GN)

Ihr seid also Gottes Kinder, weil ihr durch das Vertrauen mit Jesus Christus verbunden seid. Als ihr auf den Namen Christi getauft wurdet, seid ihr mit Christus eins geworden. Es hat darum nichts mehr zu sagen, ob einer Jude ist oder Nichtjude, ob er Sklave ist oder frei, ob Mann oder Frau. Durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zusammen ein einziger Mensch geworden.


Bitte die ausgewählte Lesung (Überschrift) bis ca. 2 Tage vor der Taufe im Pfarrbüro bekanntgeben: Pfarre Schwechat, 2320 Schwechat, Hauptplatz 5, Tel: 01 / 707 64 75, Fax: / 22

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5 Möglichkeiten für Fürbitten

Fürbitten sind Bitten an Gott. Wir können den Herrgott um alles bitten, was uns am Herzen liegt. Dies muß nicht (soll nicht einmal) geschliffenes Deutsch in sprachlicher Gewandtheit sein - der liebe Gott versteht Dialekt und verordnet keine Grammatikprüfung. Sagen wir ihm, was wir uns wünschen, brauchen, was uns am Herzen liegt. Die folgenden Bitten sind Beispiele, Vorschläge, wie Fürbitten gestaltet werden können. Man kann z. B. 5 - 6 Fürbitten (wenn im Rahmen einer Messfeier: 2-3) vorbereiten und auf kleinen Zetterln unter den Verwandten aufteilen, oder einer liest alle Bitten vor, oder aber es werden (nur bei einem eigenen Gottesdienst – nicht in der Messe) freie Fürbitten gemacht: jeder sagt in freier Form laut oder leise, was er Gott bittet. Gemeinsame Antwort ist jeweils: "Wir bitten Dich, erhöre uns!"

*) Herrgott, paß auf unsere kleine (Vorname) durch ihr ganzes Leben gut auf!

*) Lieber Gott, schenke unserem Kind Gesundheit und Freude!

*) Vater, mach, dass nichts Böses, keine Schicksalsschläge oder sonstiges Unheil unseren Sohn trifft.

*) Gott, hilf, dass unser Kind bei uns, seinem Paten (Vorname), seinen Geschwistern (Vornamen) und seinen Verwandten Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit erfährt.

*) Laß (Vorname) immer spüren, dass Du ihn riesig gerne hast!

*) Liebender Vater, hilf auch allen Kindern, die es nicht so gut haben, wie unser (Vorname)!

*) Sorge dafür, dass unser (Vorname) immer Menschen um sich hat, die gut zu ihm sind, es mit Liebe beschenken und Vorbilder sind.

*) Es geht ganz leicht: Sagt dem Herrgott, was Ihr erbittet!

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6 mögliche Segensgebete für das Kind

(für die Tauffeier, Namenstag, Abendgebet, ...)


Aaronssegen (Gotteslob 13/2)

Der Herr, segne und behüte Dich!
Er lasse sein Angesicht über Dir leuchten und sei Dir gut.
Er wende Dir sein liebendes Antlitz zu
und schenke Dir seinen ewigen Frieden.

Der Herr segne dich! (Altchristliches Segensgebet)

Der Herr sei vor Dir, um Dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben Dir, um Dich zärtlich in die Arme zu schließen und Dich zu schützen
Der Herr sei hinter Dir, um Dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter Dir, um Dich aufzufangen, wenn Du fällst.
Der Herr sei in Dir, um Dich liebend zu trösten, wenn Du traurig bist.
Der Herr sei um Dich herum, um Dich zu verteidigen, wenn andere über Dich herfallen.
Der Herr sei über Dir, um Dich zu segnen.

Irländischer Neujahrswunsch

Nicht, dass keine Wolke des Leidens über Dich komme,
nicht, dass Dein künftiges Leben ein langer Weg von Rosen sei,
nicht, dass Du niemals Schmerz fühlen solltest;
nein, das alles wünsch’ ich Dir nicht...
Mein Wunsch für dich ist:
dass Du in Deinem Herzen immer bewahren mögest die goldene Erinnerung an jeden reichen Tag Deines Lebens.
dass Du tapfer seiest in der Stunde der Prüfung, wenn das Kreuz auf Deine Schultern gelegt wird...
dass jede Gabe, die Gott Dir geschenkt hat, wachsen möge mit den Jahren
und dass sie Dir dazu diene, die Herzen derer, die Du liebst, mit Freude zu erfüllen.
und dass in jeder Stunde der Freude und des Leides das freudebringende Lächeln des menschgewordenen Gottes mit Dir sei
und dass Du in Gottes Nähe bleibest!

Irisches Segensgebet:

Damit Dein Haus nicht auf Sand gebaut sei,
soll Dich Gottes reicher Segen Dein Leben lang begleiten.
Er segne Deine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass ihnen Kraft innewohne, zu trösten und zu heilen.
Der Herr segne Deine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchzuschauen vermögen durch das Vordergründige.
Der Herr segne Deine Ohren,
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz,
dass Du sie bereitwillig anderen leihen kannst.
Der Herr segne Deinen Mund,
dass nicht von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche und Anvertrautes bewahre,
dass er immer die rechten Worte finde
und zur gegebenen Zeit Stille wahrt.
Der Herr segne Dein Herz,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Freude und Leid teilen kann.

Gebet in größerer Gemeinschaft (mit verteilten Rollen - Lothar Zenetti 1971)

Alle: Segne diese Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es sehen lernt mit seinen eigenen Augen
Sprecher: das Gesicht seiner Mutter und die Farben der Blumen und den Schnee auf den Bergen und das Land der Verheißung.
Alle: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es hören lernt mit seinen eigenen Ohren
Sprecher: auf den Klang seines Namens, auf die Wahrheit der Weisen, auf die Sprache der Liebe und das Wort der Verheißung.
Alle: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es greifen lernt mit seinen eigenen Händen
Sprecher: nach der Hand seiner Freunde, nach Maschinen und Plänen, nach dem Brot und den Trauben und dem Land der Verheißung.
Alle: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es reden lernt mit seinen eigenen Lippen
Sprecher: von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen, von den Wundern des Lebens und dem Wort der Verheißung.
Alle: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es gehen lernt mit seinen eigenen Füßen
Sprecher: auf den Straßen der Erde, auf den mühsamen Treppen, auf den Wegen des Friedens in das Land der Verheißung.
Alle: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es lieben lernt mit seinem ganzen Herzen.

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7 Einladungen unserer Pfarre

Unsere Pfarre lädt herzlich ein, in unserer Gemeinschaft mit dabei zu sein. Verschiedenste Gruppen stehen für "Neuzugänge" offen. Nähere Information im Pfarrbüro

Darunter besonders:

Sonntagsgottesdienst

Samstag: 18 Uhr Pfarrzentrum Zirkelweg 3
(Juli / August: 19 Uhr)

9 & 10.30 (Familienmesse) & 19 Uhr in der Pfarrkirche
An Feiertagen, sowie von Juni bis August werden beide Vormittagsmessen zur 10 Uhr Messe zusammengezogen.


Jungschar - Kindergruppen in der Pfarre
Kontakt: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , Tel: 06 99 / 100 28 416



Kinderkreis - Koordination aller pfarrlichen Kinderbereiche, Gestaltung von Festen etc.;
Kontakt: Pfarrer Gerald Gump - Tel: 01 / 707 64 75 eMail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst


Mutter-Baby-Treff - jeden Mittwoch ab 10 Uhr für Mütter & Kleinkinder
Kontakt: Manuela Skabrond, eMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst


Die genaue Gottesdienstordnung, Ankündigung für Feste, Aktivitäten und Einzelveranstaltungen bitte dem Pfarrblatt "das gespräch" (wird in alle Haushalte zugestellt bzw. liegt in der Kirche auf) und dem wöchentlichen Informationsblatt "Jakobus live" (liegt in der Kirche auf, Schaukästen) entnehmen!

Laufende Infos über alle Kinderangebote & -Veranstaltungen finden Sie in unseren Cilli-News (als monatlicher Newsletter bestellbar HIER).

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8 - für Taufpaten:

Eine Verbindung für's Leben

Ab der Taufe begleiten jeden Christen Taufpaten durch das Leben.

Welche Aufgaben bringt dieses ehrenvolle Amt mit sich?

Freudestrahlend erzählt meine Freundin, dass sie zum ersten Mal Taufpatin werden wird. Welche Ehre! Wie vielversprechend ist die Erwartung, bald zu einem Kind eine innige, einmalige Beziehung entwickeln zu können, ohne dessen Mutter oder Vater zu sein.

Im feierlichen Moment der Taufe verspricht der Taufpate "mitzuhelfen, dass aus dem Getauften ein guter Mensch und Christ wird". Nicht wenige Paten beginnen sich im Lauf der Jahre zu fragen, was das denn nun in ihrem Fall heißen kann. Wie soll und kann sich ein Pate von Tanten und Onkeln, von guten Freunden und sonst dem Kinde wohlgesonnenen Menschen unterscheiden? Worin besteht seine Verantwortung für diesen Menschen und wie kann er ihr gerecht werden?

In den Bahnen der Tradition

Für uns war es als Kinder ganz klar, woran man seine Taufpaten erkannte: Jedes Jahr zu Ostern gab es von der "Godl" und vom "Göd" ein "Osterkipfel" und Ostereier, zu Allerheiligen einen "Allerheiligenstriezel" - jeweils versehen mit einem der finanziellen "Leistungsfähigkeit" der Paten entsprechenden Geldstück, das sofort in die Sparbüchse wanderte. Außerdem war es klar, die Paten auch mit ihrem Titel "Godl" und "Göd" anzusprechen. Schon aufgrund dieser "Erkennungsmerkmale" unterschieden sich die Paten von der Schar der übrigen Verwandten.

In der bäuerlichen Lebenswelt ist das Patenamt seit jeher mit Traditionen und Ritualen verbunden. Das reicht von feststehenden Sätzen, mit denen jemand als Taufpate angefragt wird, bis zum Platz, den der Pate an der Hochzeitstafel seines Patenkindes einzunehmen hat. In manchen Gegenden ist es Brauch, dass das Patenkind beim Begräbnis seines Paten das Kreuz voranträgt. Ungeschriebenes Gesetz war es auch, dass der Pate im Falle des Todes oder schwerer Krankheit der Eltern die Sorge und Vormundschaft für das Kind übernimmt. Die Sprachwurzel des Wortes Pate findet man im lateinischen "pater spiritualis", was soviel wie geistlicher Vater bedeutet. "Goden" und Göd" weisen auf das althochdeutsch "godfater" und "godmuoter" hin - die Paten als irdische Stellvertreter überirdischer Eltern.

Glaube lebt vom Vorbild

Von kirchlicher Seite werden die Anforderungen an das Patenamt von seinem Ziel, bei zutragen, dass aus dem Getauften ein christlicher Mensch wird, festgelegt.

Wichtig ist, jemand als Paten zu wählen, der durch seine Lebensführung ein Vorbild im Glauben ist. Daher sollte der Taufpate seinen Wohnort nahe seinem Patenkind haben, idealerweise sogar in der gleichen Pfarre. Der Taufpate soll ein glaubwürdiger Vertreter der christlichen Gemeinde sein. So ist es wichtig, dass das Kind den Paten in seiner Art und Weise, als Teil der Kirche mit Gott sein Leben zu gestalten, erleben kann. In einer Zeit, da die Familien immer kleiner werden, hat der Pate die wichtige Aufgabe, dem Kind außerhalb der Familie ein Modell christlichen Lebens zu zeigen. Wenn Pate und Patenkind gemeinsam Gottesdienste oder pfarrliche Veranstaltungen und Gruppen besuchen, ergibt sich das fast von selbst.

Eine schöne Tradition ist es, Paten bei besonderen Ereignissen im Leben des Kindes besonders einzubinden: 1. Kindergartentag und dortige Feste, 1. Schultag, Schulfest, Erstkommunion. Besonders einzubinden heißt aber nicht, dies als Hauptinhalt des Patenamtes zu sehen!

Es gilt jedoch bei all dem, die richtige Balance zu wahren. Wenn das Thema Gott in keinem Gespräch zwischen Paten und Patenkind Platz hat, ist das Patenamt ein reines Theaterspiel und sinnlos. Wenn jedes Geschenk des Paten ein religiöses Buch ist und die einzig dominierende Frage die nach Religionsunterricht, Gebet oder Gottesdienst ist, wird eine Beziehung zu einem Gott des Lebens und der Freiheit eher verbaut als gefördert - denn auf das Begleiten des Patenkindes in einer lebendigen Beziehung zu Gott durch eine ebensolche zum Kind selbst kommt es an.

In vielen Familien werden traditionellerweise nahe Verwandte, in erster Linie Geschwister der Eltern, als Paten gewählt. Das hat für das Kind den Vorteil, dass verwandtschaftliche Beziehungen meist stabiler als alle anderen sind und daher ein ständiger Kontakt zum Paten gewährleistet ist. Für die Wahl der Paten könnte aber auch ausschlaggebend sein, dass die erkorene Person in ihrer Art und Lebensweise andere Aspekte in die Familie einbringt, die die Eltern für das Kind als vorbildhaft empfinden. Wenn die Wahl auf Freundinnen und Freunde der Eltern fällt, soll damit häufig die Beziehung zueinander durch ein verwandtschaftsähnliches Band gefestigt werden. Andererseits haben Streit und Auseinander-leben der Freunde eine unmittelbare Auswirkung auf das Verhältnis zwischen Paten und Kindern.

Aus der besonderen Aufgabe ergibt sich, dass "Ehrenpaten", wie prominente Politiker oder Personen, zu denen keine persönliche Beziehung besteht, dem Kind nicht nur wenig nützen, sondern auch meist völlig sinnlos sind.

vom Geschenkeverteiler zum Lebensbegleiter

"Ich sehe es als meine Aufgabe, dem Kind in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen und eine besondere Verbindung mit ihm zu pflegen", sieht eine Patin ihr Amt. Eine andere hofft, dass die Patenkinder, wenn es Probleme mit den Eltern gibt, zu ihr kommen werden. Die nächste sieht sich als "eiserne Reserve", die, wenn alle anderen ausfallen, noch immer für das Kind da ist. Ein Göd hofft, seinem kleinen Patenkind ein Begleiter durchs Leben werden zu können. Diese Vorstellungen wollen umgesetzt sein.

Regelmäßige Besuche und Anteilnahme an seinem Heranwachsen fördern eine gute Beziehung. "Und Geschenke!", werden manche Patenkinder sofort anfügen - es ist nicht verboten, dass sich der Pate auch an der Großzügigkeit seiner materiellen Zuwendungen erkennen läßt, solange sie Zeichen der Zuwendung und Liebe sind, und diese nicht ersetzen wollen.

"Feste Bräuche sind notwendig, damit man sich auf etwas freuen kann", heißt es im Buch "Der kleine Prinz".

Viele Patenbräuche sind in unserer Zeit abhanden gekommen. Vielleicht weil sie materiell zuwenig wertvoll sind? Aber Vorsicht ist geboten. Wer als Pate meint, sich durch Kostbarkeiten und Menge seiner Geschenke von anderen Verwandten unterscheiden zu müssen, bringt sich unter immer größeren Druck. Sinnvoller ist es, zu bestimmten, von der Tradition den Paten zugewiesenen Terminen zu schenken. Das sind zumeist Ostern, Allerheiligen und der Namenstag. Ein wirklich wertvolles Geschenk ist Zeit. Paten können es sich zur Tradition machen, zum Beispiel einmal jährlich mit dem Patenkind einen Ausflug, einen Theaterbesuch oder ähnliches zu unternehmen. So kann das Wichtigste zwischen den beiden Menschen entstehen: eine tragfähige Beziehung, die das Patenkind durch sein Leben begleitet. (nach Christine Haiden)

Das ist "Godensach'"

Rund um das Patenamt gibt es ausgeprägtes Brauch-tum, das festlegt, was "Godensach'" ist. Manche Bräuche sind sinnvoll, wie z. B., dass der Pate die Taufkerze besorgt oder vielleicht auch selbst bastelt - warum eigentlich nicht? Andere sind wohl eher eine sinnentleerte Tradition, wie z. B. ein "Taufbrief", der weder einfach aufzuheben ist, noch dem Kind viel bedeutet.

Einige Anregungen für Paten:

-) regelmäßig die Familie des Taufkindes besuchen -> ein im guten Sinne des Wortes "alltäglicher" Kontakt macht Tieferes möglich

-) bei größeren Kindern: 1 x / Monat gemeinsam zu einem Kindergottesdienst gehen

-) beim Begrüßen / Verabschieden das Kind mit einem Kreuzerl auf die Stirne (vgl. Tauffeier) segnen (nicht erst, wenn das Kind "groß" ist, sondern schon heute beginnen - es kann zur lieben und tiefen Gewohnheit werden)

-) zur Taufe dem Kind ein Bäumchen pflanzen

-) regelmäßig (1 x / Monat) das Kind für einen Tag (Sonntag) einladen - gemeinsam etwas unternehmen

-) das Kind regelmäßig anrufen

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9 - Religiöse Früherziehug

Laßt die Kinder zu mir kommen!

Herzlich willkommen in unserer Pfarre!

Wir freuen uns, dass Sie mit Ihrem Kind zu Gott kommen! Kinder jeden Alters haben aufgrund der Taufe ihren festen Platz bei Gott und in unserer Kirche. Sie brauchen eine Atmosphäre des Wohlwollens, zu der wir alle beitragen können. Es wäre gut, wenn unsere Kinder diese "Zu-Neigung" Gottes zu ihnen durch unser Verhalten ihnen gegenüber (auch und besonders im Gottesdienst) erfahren können. Um dies den Kindern leichter erfahrbar zu machen, dürfen wir Ihnen einige Einladungen oder Impulse geben:



Gebet zu Hause: Es ist gut, wenn Kinder von ihren ersten Lebenstagen an daheim eine Atmosphäre des Gebetes und der Stille erleben können (z. B.: gemeinsame (Advent-) Abende, gemeinsames Tisch- oder Abendgebet, ...). Segnen Sie Ihr Kind öfters! Das gemeinsame Gebet in der Familie ist für ein Kind wichtig. Kindliches Beten ist zuerst einmal ein Mitbeten, wo betende Eltern Voraussetzung sind. Man kann bei den Kleinsten mit ganz einfachen Gebeten beginnen - oft reicht ein Satz. Ein paar Ideen dazu können Sie vielleicht dem beiliegenden Gebets-Blatt entnehmen.

Sprechen Sie mit Gott über Ihr Kind, auch zusammen mit ihm. Sagen Sie etwa: "Guter Gott, danke für unseren Markus. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Hilf uns, dass wir ihm helfen, ein guter Mensch zu werden." oder: "Danke, Gott, dass du unsere Michaela lieb hast. Danke, Jesus, dass du bei uns bist. Bitte, hilf uns, dass..." Für ein Kind ist ein solches Erleben äußerst wichtig. Vielleicht ist es aber auch für Sie eine Chance, einen neuen Zugang zum lebendig liebenden Gott zu gewinnen - manches geht vielleicht durch das und mit dem Kind besser und leichter! Ein kleiner Anfang kann z. B. sein, dass sie (ähnlich wie bei der Taufe) jeden Abend Ihr Kind segnen - ein kleines Kreuzerl auf die Stirne zeichnen und sagen: "Gott segne Dich" oder "Gott schütze meine/n liebe/n ....!" Ihr Kind wird diesen kleinen Ritus lieben lernen!!!

Es gibt auch verschiedene Kinderbibeln, Bibelmalhelfte etc., kleine Büchlein und Musikkasetten. Sie sind wohl am besten bei den Firmen Domverlag, Herder oder Bibelwerk (siehe "Weiterführende Links") beziehbar.

Eltern sind die primären Religionslehrer ihrer Kinder - durch Taufe (& Firmung & Ehe) dazu beauftragt. Sie vermitteln alle wesentlichen Grunderfahrungen, wie gemeinsames Essen, Umgang miteinander, Liebe. Es wäre schön, wenn auch die Beziehung zu Gott auf diese Weise miteinander gelebt und vom Kind gelernt wird.



Der Sonntag - ein besonderer Tag - ein Familien-"Feiertag":Schön - ganz besonders für Kinder - wäre es, wenn der Sonntag überhaupt für die Familie eine besondere Prägung hat - es ist schließlich der "Tag des Herrn", den wir aufgerufen sind zu "heiligen". Das Kind soll merken, dass dieser Tag etwas Besonderes ist, ein wöchentliches, kleines "(Oster-)Fest". Möglichkeiten, dies besonders zu unterstreichen, sind z. B. gemeinsames Essen und Gespräch in aller Ruhe, gemeinsame Mitfeier des Gottesdienstes und z. B. nachher zusammen ins Pfarrcafé oder Spaziergang, gemeinsames Spiel, ... Vielleicht ist es der einzige Tag, wo die Familie (zumindest manchmal) wirklich Zeit füreinander hat - Ihre Lieben sind’s wohl wirklich wert!

So laden wir herzlich ein, mit den den Kindern zur Kirche, aber besonders auch zum Gottesdienst zu kommen.



Kinder im Gemeindegottesdienst: Da es für Kinder besonders wichtig ist, dass sie auch "Seh-Eindrücke" erhalten, ist ein möglichst weit vorne Sitzen angebracht. Hilfreich ist es auch, wenn Eltern ihren Kindern manch besondere Momente der Messe im Speziellen erklären: Weihwasser beim Hereinkommen - erinnert an Taufe, jetzt hören wir etwas von Jesus - weil das so wichtig ist, stehen wir auf, hinweisen auf die Gaben, Jesus kommt jetzt zu uns - das ist so wichtig, dass wir uns niederknien und besonders gut aufpassen, persönliche Worte & Bussi beim Friedensgruß, Kinder zur Segnung zur Kommunion mitbringen, nach der Messe gemeinsam in Ruhe Kirchenraum "inspizieren", ...

Zusätzlich zum "normalen" Gottesdienst gibt es besondere Kindergottesdienste (konkreten Termine bitte der Beilage, bzw. Pfarrblatt, Wochenzettel oder Schaukasten entnehmen):



Familien- & Kindermessen: im Regelfall jeden Sonntag um 10.30 Uhr in unserer Pfarrkirche, anschl.: großes Pfarrcafé

der ganze Gottesdienst ist für Kinder (speziell im Volksschulalter) gesaltet!

Darüber hinaus gibt es auch andere, spezielle Kindergottesdienste (Adventkranzsegnung, Aschermittwochfeier, ...) sowie Kinderfeste (Faschingsfest, ...).



Ein kleiner Tip: Auch einmal an einem normalen Wochentag z. B. nach dem Einkaufen in die stille Kirche oder Kapelle kommen, mit dem Kind ein kleines (lautes) Gebet sprechen, ein Kerzerl anzünden, das Kind segnen (Kreuzerl z. B. mit Weihwasser auf die Stirn und dazu: "Gott hat Dich lieb!" oder "Gott segne Dich!"), Kirchenraum (Bilder etc.) "begutachten" und besprechen, ...

Vielleicht würden Ihr(e) Kind(er) gerne auch in einer pfarrlichen Gruppe mit dabei sein:



Kindergruppen der Pfarre: In unserer Pfarre gibt es verschiedenste Kindergruppen (Jungschar, Ministranten, Mutter-Baby-Treff, Pfadfinder etc.). Informationen darüber finden Sie unter "pfarrliche Gruppen", sowie bei Pfarrer Gerald Gump im Pfarrbüro! Aber: Auch für Erwachsene, die mehr oder weniger in die Pfarre "vordringen" wollen, gibt’s verschiedenste Gruppen, Veranstaltungen etc...



Übrigens: Wenn Sie sich mit diesen Fragen, aber auch mit praktischer Kinderarbeit in unserer Pfarre näher befassen bzw. ein wenig mitdenken wollen - wir haben einen regelmäßigen "Kinderkreis", wo die wesentlichen Kinderbereiche der Pfarre besprochen und koordiniert werden. Info bei Pfarrer Gerald Gump in der Pfarre!

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10 - Es muss nicht immer Taufe sein...

Liebe Taufeltern!

Sie waren heute in unserem Pfarrbüro, um Ihr Kind zur Taufe anzumelden. Zuerst einmal herzliche Gratulation zum neuen Erdenbürger – wir wünschen Ihnen als Pfarrgemeinde viele glückliche, gemeinsame Jahre und Gottes Segen!

Taufe - Vesprechen der religiösen Erziehung

Es gibt unterschiedliche Gründe, dass Eltern um die Taufe ihres Kindes bitten. Nachdem das Kind diese Entscheidung nicht selbst treffen kann, ist die Taufe eines Kleinkindes nur dann sinnvoll, wenn Eltern (und Paten) entschlossen sind, wirklich ihr Kind im Vertrauen auf Gott und in Gemeinschaft mit der Kirche zu erziehen, was sie auch am Beginn der Tauffeierlichkeit versprechen.

Für viele Familien ist das selbstverständlich – und sie tun es auch in einer wunderschönen und ganz persönlichen Art und Weise. Für andere ist es ein Anlaß, wieder auch selbst das Thema „Gott“ und Kirche ins Leben hereinzuholen – gemeinsam mit dem Kind ist es oft leichter, nach einigen Jahren, wo Gott und Kirche irgendwie aus dem Blickfeld verschwunden sind, wieder neue Anfänge zu setzen und auch in die Pfarrgemeinde erneut hineinzuwachsen.

Manche Eltern oder ein Elternteil wollen oder können das aber eigentlich nicht. Ein ehrliches „Ja“ auf die die Tauffeier eröffnende Frage, ob sie Ihr Kind im Glauben und in Gemeinschaft der Kirche erziehen wollen, ist nicht möglich. Wenn das bei Ihnen teilweise der Fall sein sollte, möchten wir Ihnen als Pfarrgemeinde folgenden Vorschlag machen:

Kindersegnung - eine Alternative?

Anstatt einer Taufe planen wir eine „Kinder-Segnung“: Gemeinsam feiern wir in einem festlichen Gottesdienst, dass das Kind da ist, danken Gott dafür und erbitten seinen Segen – sehr ähnlich dem Taufritus. Das Kind wird auch in das Buch der Taufanwärter („Katechumenenbuch“) eingetragen, wodurch es in vielen Bereichen damit als katholisch gilt. Selbstverständlich kann es auf Anmeldung der Eltern hin dann auch den Religionsunterricht besuchen.

Taufe - etwas später

Wenn das Kind dann z. B. durch Familiengespräch, Religionsunterricht oder die herannahende Erstkommunionsvorbereitung der Mitschüler, selbst den Wunsch hat, getauft zu werden, feiern wir dies. Das beinhaltet überdies die Chance, dass Ihr Kind seine eigene Taufe auch bewußt miterleben kann.

Ich ersuche Sie, falls das Beschriebene teilweise auch Ihre Situation trifft, diesen Vorschlag zu überdenken, gegebenenfalls mit der Sie besuchenden Dame beim Taufgespräch, oder auch mit mir darüber zu reden. In manchen Situationen ist eine Kindersegnung vielleicht das Passendere!

So freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen bei Vorgesprächen, Taufe oder Kinder-Segnung und wünsche Ihrer Familie alles Liebe!

Pfarrer Gerald Gump

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11 - Möglicher Ablauf für eine Kindersegnung

("Die Feier der Annahme")

Die einzelnen Teile können auch anders gestaltet, einige auch weggelassen werden.

1) Eröffnung im Mittelschiff der Kirche

Lied
Fragen an die Eltern: Die Eltern werden gefragt, ob sie in dieser Feier Gottes Segen für ihr Kind erbitten und das Kind Gott anvertrauen wollen. à Eltern: „JA!“
ggf. Erinnerung an die eigene Taufe – Besprengung mit Weihwasser
Gebet des Pfarrers
Lied

2) Wortgottesdienst vor dem Altar (oder in der Taufkapelle)

Lesung: nach Wahl der Eltern (aus dem Taufbüchlein)
Predigt des Pfarrers
Lied

3) Segnung und Annahme

ggf. Erklärungen zur/m Namenspatron/in des Kindes
Heiligen-Litanei: Das Kind wird hereingenommen in die große Gemeinschaft der Getauften.
SEGNUNG & ANNAHME: Das Kind wird mit je einem kleinen Kreuzerl & Gebet gesegnet an:

Stirne: N, (Vorname), Jesus segne (+) Dich!
Augen: Gott segne (+) Deine Augen,
damit Du sehen kannst das Gute und Schöne in der Welt!
Ohren: Gott segne (+) Deine Ohren, damit Du hellhörig wirst für das, was wichtig ist!
Mund: Gott segne (+) Deinen Mund,
damit Du Worte sprichst, die guttun, heilen und Gutes bewirken!
Hände: Gott segne (+) Deine Hände, damit Du selbst umarmen, andere streicheln,
ihnen helfen und sie ganz fest lieb haben kannst!
Anschließend sind alle Mitfeiernden eingeladen, das Kind mit einem Kreuzerl auf der Stirn
und einem „N., Gott segne Dich!“ oder „Jesus hat Dich lieb!“ zu segnen.

Lied
Fürbitten: Aus dem Taufheft durch die Familie ausgewählt, selbst geschrieben oder dort frei von den Mitfeiernden formuliert: Das, was wir dem Kind wünschen, als Bitte an Gott gesagt.

4) Abschluß

Vater unser – gesungen oder gesprochen
Segensgebet – aus dem Taufheft durch die Familie ausgewählt
evtl. werden Erinnerungsgegenstände (Ketterl, Kerze, ...) gesegnet
Segen für Eltern & Angehörige
Lied
Eintragung ins Buch der Taufkatechumenen

Weitere Gestaltungsideen & Anregungen:

*) Selbstverständlich kann ein/e spätere/r Taufpatin/e schon jetzt in die Feier deutlich einbezogen werden.
*) Lieder können wie oben eingefügt werden – man kommt auch mit weniger Liedern gut aus; ggf. ist auch möglich, von einem Lied je eine Strofe zu singen; der Gesang kann auch entfallen.
*) Gerne können andere Rituale oder Zeichen kreativ eingebaut werden, z. B.:

-) Ein Same oder kleines Bäumchen wird in Blumentopf gepflanzt - später in Garten gesetzt.
-) Alle Mitfeiernden entzünden je ein kleines Teelicht für`s Kind und stellen es auf den Altar (z. B. bei den Fürbitten).
-) Eine große Kerze wird nach der Segnung entzündet als Symbol für Jesus – diese soll das Kind bei den wichtigen Tagen der nächsten Jahre begleiten (Anzünden zur Geburtstagsfeier, zu Weihnachten, ...)

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Zum Thema Taufe ein Artikel unserer Pfarrzeitung "Das Gespräch", verfaßt von unserem früheren Pfarrer Dr. Helmut Blasche im Februar 1973:

12 - Pfarrzeitungs-Artikel: "Zugehörigkeit zur Kirche"

Vor einiger Zeit kam ein junger Mann zu mir und sagte, er wolle aus der Kirche austreten. Als ich fragte, warum, meinte er, er hätte eine Kirchensteuervorschreibung in der Höhe von 260 Schilling bekommen, und wie die sich das vorstellten, dass er da so eine Riesensumme bezahlen solle, es sollten doch die zahlen, die in die Kirche gingen, er gehe sowieso nicht usw. usw.

Als ich fragte, für welchen Zeitraum er diese Summe zahlen müsse, stellte sich heraus, dass er seit über 2 Jahren nichts gezahlt hatte, und dass der "horrende" Beitrag, der von ihm verlangt wurde, pro Monat nicht so viel ausmachte, als er pro Tag für Zigaretten ausgab. Er aber blieb dabei, dass er nicht einsehe, wofür er das zahlen solle.

Darauf meinte ich, das verstünde ich sehr gut, weil er ja nicht wisse, was die Kirche sei. Und ich sagte ihm: "Ich muß Ihnen leider mitteilen, dass Sie gar nicht aus der Kirche austreten können." Er meinte empört: "Das werden wir sehen! Wieso soll ich nicht austreten können?" "Weil Sie nicht drin sind", antwortete ich. "Aus einer Gemeinschaft kann man nur austreten, wenn man ihr vorher beigetreten ist. Sie aber haben nie wirklich zur Kirche gehört. Daher können Sie sie auch nicht verlassen. Sie können bloß Ihre Papiere richtigstellen lassen. Dafür bin ich aber nicht zuständig. Das ist nebenan bei der Bezirkshauptmannschaft. Zu mir können Sie kommen, wenn Sie einmal in die Kirche aufgenommen werden wollen. Das werde ich dann gerne tun."

Seltsam, er ist dann gar nicht ausgetreten. Aber eingetreten ist er auch noch nicht. Vielleicht kommt er noch. Hoffentlich.

Und die Taufe?

Sie werden jetzt vielleicht denken: Ja, aber er war doch getauft. Ist denn die Taufe nicht die Aufnahme in die Kirche?

Ja, das ist sie, aber nur dann, wenn sie aus dem Glauben heraus verlangt wird. Das heißt nur dann, wenn einer zur Kirche gehören will, ist die Taufe für ihn die Aufnahme in die Kirche. Falls er als kleines Kind getauft wird, muß er später diesen Willen zum Ausdruck bringen durch sein Mitleben mit der Kirche, dann "gilt" die Taufe erst, und dann gehört er erst richtig dazu. Wer sich nie aus freier Entscheidung zur Kirche bekannt hat, gehört nur dem (Tauf-)Schein nach dazu.

(Nebenbei bemerkt: Das sollten die Eltern eigentlich bedenken, wenn sie ihre Kinder zur Taufe anmelden. Es ist ja nicht so, wie manche der Kirche vorwerfen, dass sie ihre große Mitgliederschaft in unfairer Weise durch die Taufe von Säuglingen sicherstelle, sondern es ist so, dass viele Eltern ihre Kinder durch die Taufe in die Kirche "hineinschwindeln" wollen, ohne dass sie dafür sorgen, dass ihre getauften Kinder später auch zum Glauben kommen.)

Und doch gilt die Taufe!

In der Taufe sagt Gott JA zum Menschen. Er nimmt ihn an als sein geliebtes Kind. Und er steht zu seinem Wort. Er nimmt sein JA nicht zurück.

Darum braucht einer, wenn er auch aus der Kirche "ausgetreten" war, nicht noch einmal getauft werden, wenn er zum Glauben kommt und zu Gott und der Gemeinschaft seiner Kinder (zur Kirche) gehören will. Von Gott her war die Taufe (Gottes Ja-Wort) ja gültig. Wenn der Getaufte jetzt in freier Überzeugung sein JA zu Gott und zur Kirche sagt, gilt sie auch von ihm her.

Dann hat er erst etwas davon, dass er zur Kirche gehört. Nicht nur ein kirchliches Begräbnis. Jetzt hat er die Freude des Glaubens und der Gemeinschaft mit Gott und den Brüdern.

Jetzt weiß er, was ihm die Kirche wert ist. So viel, dass er alles geben würde, um sie nie zu verlieren. Nicht nur 260 Schilling Kirchenbeitrag.

Ich möchte Sie alle sehr herzlich einladen, Ihre Kirche, die Ihnen Kirchenbeitrags-Vorschreibungen schickt, auch wirklich kennenzulernen. Kommen Sie doch und helfen Sie uns, eine Gemeinschaft zu bilden, die alle, die ihr angehören, die Liebe Gottes ahnen läßt, die uns alle umfängt.



(Der Text wurde entnommen aus: Die kleinen Sünden straft Gott sofort. und andere Irrtümer, korrigiert von Helmut Blasche, Festschrift zum 75. Geburtstag, Herausgegeben von Rudolf Donninger, Geleitwort von Kardinal DDr. Franz König, Schwechat 2000, Seite 139; zu beziehen zum Selbstkostenpreis von € 7,50 in der Pfarre Schwechat)

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Zum Thema Taufe ein Artikel unserer Pfarrzeitung "Das Gespräch", verfaßt von unserem früheren Pfarrer Dr. Helmut Blasche im Februar 1979:

13 - Pfarrzeitungs-Artikel: "Keine Gnade bei der Taufe?"

Bei einem Gespräch mit Eltern eines Täuflings hatte ich, vielleicht ein wenig zu einseitig, betont, dass die Taufe die Aufnahme in die Kirche sei. Da fragte mich der Vater: "Geschieht also bei der Taufe gar nichts im Sinn eines "Gnadenaktes", wird da keine Gnade vermittelt – oder ist das die Aufnahme in die Kirche"?

Ich stellte die Gegenfrage: "Was ist denn das eigentlich – "Gnade"?

Ich hätte natürlich sagen können: Doch, der Getaufte bekommt die heiligmachende Gnade, wird von der Erbsünde befreit, wird wiedergeboren zum Kind Gottes, Gott schenkt ihm die Teilnahme an seinem göttlichen Leben. Das ist alles richtig, aber was heißt das, wie geht das?

Was ist Gnade?

Gnade ist die Zuwendung Gottes zu uns. Seine Liebe.Diese Liebe und Zuwendung Gottes aber kann für uns konkret werden in menschlicher Zuwendung und Liebe. Gott muß Mensch werden. So wie er Mensch geworden ist in Jesus von Nazareth. So ähnlich. Durch Jesus ist den Menschen damals, seinen Zeitgenossen, denen er begegnet ist, die Liebe und Zuwendung Gottes erlebbar geworden.

Und jetzt soll das durch die Kirche geschehen, durch die Christen. In der christlichen Gemeinde wird dem Menschen die Zuwendung Gottes zu ihm menschlich erfahrbar. Und aus dieser Zuwendung, die es ihm ermöglicht, nun auch selbst zu lieben, lebt er. Nur so kann er leben, alles andere ist ja nicht "Leben" zu nennen.

So wie ein Baby nur leben kann, durch die liebende Zuwendung der Eltern und ohne diese verkümmert, so ermöglicht die Taufe, das Hineingenommenwerden in die christliche Gemeinschaft, das "ewige Leben". Das ist die "Gnade", die die Taufe vermittelt. Also ist die Frage des Vaters des Täuflings zu bejahen: Die Aufnahme in die Kirche ist die Gnade Gottes, die dem Menschen in der Taufe geschenkt wird.

Die Wiedergeburt

Freilich sind alle Sakramente ja eigentlich für Erwachsene gedacht. Und bei so einem erwachsenen Menschen ist das vielleicht besser erkennbar: Wenn einer nicht weiß, wozu er eigentlich auf der Welt ist, was sein Leben für einen Sinn hat, wenn er vielleicht schuldig geworden ist und sich seiner ganzen Verlorenheit bewußt wird, wenn er vielleicht isoliert ist, arm an Beziehungen, und keiner sich recht um ihn kümmert, wenn er nicht weiß, wie er sein Leben bewältigen soll, wenn er in sich ein Verlangen, einen Hunger spürt, den nichts zu stillen vermag – und wenn so einer dann "getauft", in die christliche Gemeinde aufgenommen wird, dann spürt und weiß er, wie er dadurch "wiedergeboren", aus dem Tod zum Leben übergegangen ist.

Wie geht denn das vor sich?

Das geht nicht von heute auf morgen so. Das ist ein Prozeß. Der Prozeß des "Gläubigwerdens". Das könnte etwa so vor sich gehen: Einer begegnet der christlichen Gemeinde und hat das Glück (oder die "Gnade"), dort wirkliche Christen zu treffen und fühlt sich angenommen und bejaht. Seine Schuld wird ihm vergeben. Er spürt Vertrauen, das ihm Mut und Hoffnung gibt, weil andere sich ihm zuwenden, ihn einladen, Gemeinschaft mit ihm wollen. Beziehungen gelingen, und er erlebt die Freude, selbst auch für andere wichtig zu sein und seinerseits Liebe schenken zu können. Auch er begegnet jetzt anderen mit Vertrauen, seine Hände öffnen sich, er kann loslassen, geben, teilen... Er hat durch die Gemeinde zu Jesus Christus gefunden.

Durch Jesus erkennt er, dass er sein leben ändern muß und ändern kann. Durch ihn wird er zum Liebenden. Und als Liebender hat er das Leben und seinen Sinn gefunden.

Jetzt sieht er nicht mehr nur die Gemeinde, die Christen, er sieht den "Gott dahinter". Er weiß, dass er ihm vertrauen, sich ihm anvertrauen kann. In der Taufe schenkt er sich Gott, stellt sein Leben der Gemeinde zur Verfügung.

"Tauferneuerung"

Freilich, wenn einer als Baby getauft wird, steht die Taufe nicht am Ende dieses Weges. Für viele, die als Kinder getauft worden sind, war die Taufe auch gar kein wirkliches Hineingenommenwerden in die Kirche, oder sie haben die Kirche nie wirklich als so eine Gemeinschaft erlebt – dann kann es sein, dass sie trotz der Taufe erst als Erwachsene diesen Weg zum Glauben gehen, an dessen Ende dann die bewußte "Tauferneuerung" stehen sollte, die Lebensübergabe an Gott durch die bewußte Eingliederung in die Gemeinde.



(Der Text wurde entnommen aus: Die kleinen Sünden straft Gott sofort. und andere Irrtümer, korrigiert von Helmut Blasche, Festschrift zum 75. Geburtstag, Herausgegeben von Rudolf Donninger, Geleitwort von Kardinal DDr. Franz König, Schwechat 2000, Seite 141; zu beziehen zum Selbstkostenpreis von € 7,50 in der Pfarre Schwechat)

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