„Schwechat mit Blumengrüßen der Liebe Gottes überschwemmen!“
Do, 3. 6. 2010
Den „Leib Christi“, der in der Messe gefeiert wird, „auch in den Mitmenschen wieder zu erkennen“ – so das Plädoyer von Pfarrer Gerald Gump im Rahmen des Fronleichnamfestes, das am Do, 3. 6. 2010 in der Pfarre Schwechat gefeiert wird. „Gerade aus dem heutigen Feiern erwächst unser Auftrag als Christen, Verantwortung für jene zu übernehmen, die es brauchen: von Armen jeglicher Art, zu ‚Schwierigen‘ in unserem Umfeld, für hilfesuchende Menschen auf der Flucht bis zu jenen Menschen im Süden, die durch globales Wirtschaften unter die Räder kommen!“
Die Schwechater Pfarrkirche war kräftig gefüllt, als – aus Wettergründen vom Hauptplatz in die Kirche verlegt – der Festgottesdienst um 10 Uhr begann. Eine der pfarrlichen Jungschargruppen, die „Rasselbande“, spielte in einer „Himmel-Hölle-Geschichte“ vor, was passiert, wenn man nur auf sich selbst achtet – „Plastisch wird uns hier eine Ursache der kirchlichen Missstände vor Augen geführt, die die letzten Monate so deutlich zum Vorschein kamen: Wenn die Kirche nur um sich selbst und ihren Ruf besorgt ist, dann beginnt die sprichwörtliche ‚Hölle‘ – die Kinder haben uns dies ganz deutlich gezeigt!“ – so Gump.
Traditionsgemäß war das mit kräftig bewegtem Lobpreis gesungene Hochgebet und der Friedensgruß durch das gegenseitige Beschenken mit Blumen geprägt, was nach der Eucharistie vor der Kirche seine stimmig Fortsetzung fand: Mit dem Allerheiligsten zog die feiernde Gemeinde vor das Kirchentor, wo hunderte Blumen in Kreuzform den Himmelsrichtungen gemäß angeordnet waren – mitten hinein wurde die Monstranz gestellt. In vier Teilen wurden jene Menschen und Anliegen ins Gebet genommen, die in der jeweiligen Himmelsrichtung einen Anknüpfungspunkt finden:
*) Im Westen (Rathaus, Polizei, Brauerei) für Engagierte in Öffentlichem Leben & Politik, für Polizei & Gefangene, insbes. auch Schubhäftlinge, für Alkohol- & sonstige Suchtkranke.
*) Im Osten (Schulen, Kindergärten, Friedhof, Industriegebiete & Flughafen) für Kinder & Jugendliche, für Trauernde & Belastete, für in Schwechat Arbeitende, wie auch Menschen anderer Kulturen, Religionen: Um Freiheit, Frieden & Gerechtigkeit.
*) Im Norden (AMS, WG für Behinderte, Donauauen) für Arbeitslose, Behinderte und um Bewahrung der Schöpfung.
*) Im Süden (Seniorenzentrum, Zirkelweg und Neubaubereiche) für ältere Mitbewohner/innen unserer Stadt, Flüchtlinge & sonstig Hilfesuchende, die am Zirkelweg Heimat gefunden haben, wie für junge Familien und jene, die nicht nur örtlich, sondern für Herz und Sehnsüchte eine neue Heimat suchen.
Das Feiern mündete in ein gemeinsames Mittagessen aller im Pfarrheim – danach waren alle Mitfeiernden gebeten, die vielen hundert Blumen mit einem kleinen Grußkärtchen *) mitzunehmen, und in der eigenen Umgebung, Nachbarschaft und im sonstigen Umfeld als kleinen Gruß zu verteilen; Pfarrer Gump: „Wir wollen Schwechat mit Grüßen von der bunten Liebe Gottes richtiggehende überschwemmen!“
Am Nachmittag brachen dann über 80 Personen der Pfarrgemeinde zu den „Familientagen der Pfarrgemeinde in Mold“ auf: Gemeinsam 4 Tage in fröhlicher & vertiefender Pfarrgemeinschaft erlebend…
*) Text des Grußkärtchens: „Einen herzlichen Gruß – Gott segne Sie! Ein kleiner Blumengruß vom Fronleichnams-Fest der Pfarre Schwechat: Wir haben sehr bewusst Menschen und Anliegen unserer Stadt in den Gottesdienst mit hinein genommen – vor Gott hingetragen.
Und: Wir wollen von dort die Freude Gottes in die Welt tragen – diese Blume ist Zeichen dafür: ein kleiner Gruß persönlich an Sie! Ihre Pfarrgemeinde Schwechat“