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Überlegungen zu einem neuen Firmkonzept in Schwechat PDF Drucken


Firm-Konzept der Pfarre Schwechat.pdf

Willst du dich in unserer Pfarre firmen lassen ?

Ja? ... Suuuper !!!

Dann muss Dir aber auch klar sein, auf was du dich einlässt !!!!! (Gedanken dazu im Anhang)

1. auf eine Gruppe :

Sie ist ein markanter Eckstein auf dem Weg zur Firmung.
Ihr wird zum Zusammenwachsen viel Zeit eingeräumt, damit aus ihr eine Gemeinschaft entstehen kann .

2. auf Firmbegleiter :

Erfahrene Erwachsene oder Jugendliche begleiten die Gruppe in ihrer Entwicklung, fördern die Neugierde auf Gott, Kirche und Pfarre und sollen in die Zielgerade eines Entscheidungsprozesses führen: JA oder NEIN zur Firmung

3. auf die Pfarre :

In bestimmten Zeitabschnitten steht als besonderer Schwerpunkt an, manch Pfarrliches besonders kennenzulernen. Das wird besonders im Gottesdienstlichen Bereich sein (z. B. die monatliche Jugendmesse und dich großen Feste), aber auch in der Einladung bei einzelnen Pfarrprojekten mitzuarbeiten, z.B . in der Itaberaba (3.Welt) Gruppe, bei der Zeitung, bei der Musik, in der Kinderbetreuung, bei einer Festorganisation, ...
Ziel ist es, die verschiedenen Aufgabenbereiche der Pfarre kennenzulernen, die Erfahrungen zusammenzutragen und in der Firmgruppe zu diskutieren.

4. auf Erlebnisse und Erfahrungen, die zu einer Konsequenz in der Lebenssinngestaltung führen sollen:

Anstösse, Provokationen, Herausforderungen, Nachdenkprozesse sollen einen Menschen prägen und verändern.
Firmung (zu deutsch "Stärkung") hat nur dann Sinn, wenn sich ein Mensch, der sich den Fragen des Lebens stellt, sich bewegen lässt, sein Herz zu orten und kennenzulernen, um danach die Konsequenzen für sein weiteres Leben zu tragen.

Wir meinen, dass es seine Zeit braucht, um die nötige Reife für die Entscheidung für die Firmung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu fällen.
Deshalb setzen wir die Mindestdauer der Vorbereitung mit 2 Jahren an.
Die notwendig erreichte Altersstufe zum Beginn der Vorbereitung muss das 14. Lebensjahr sein.

Neugierig? Dann schau Dir's doch einfach einmal an! Bei Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst kannst Du Dich erkundigen, wann die nächste Firmgruppe startet.

Was du brauchst: Dich selbst, d. h. nicht deine Eltern, sondern dich persönlich und deinen Taufschein (falls du keinen hast, kannst du dir einen neuen in der Pfarre ausstellen lassen, wo du getauft wurdest.)

Bei Fragen, Ideen, etc.: Rühr' dich - komm im Pfarrbüro vorbei, ruf' an (Tel: 01 / 707 64 75) oder eMaile ( Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ).



Das Sakrament der Firmung

Das Sakrament der Firmung ist wohl eines jener Sakramente, wo die Vielfalt der Ansätze und Zugänge besonders groß ist. Das ist aber auch die Stärke von Sakramenten: Sie sind, bezeichnen und bewirken immer mehr, als nur ein einziger Zugang ausdrücken könnte. Für manche Gemeinden ist sie das große Sakrament der Entscheidung zu Gott und/oder Kirche, für andere ist sie die Chance, jungen Menschen noch möglichst viel an Religiösem mitzugeben, bevor sie in höhere Schulen oder Berufsausbildungen starten. Wieder andere setzen ihren Fokus besonders auf die „Vollendung“ der Taufe – quasi eine Ratifizierung.

Letzteres ist auch die geschichtliche Wurzel der Firmung. Da die Taufe die Aufnahme in die konkrete kirchliche Gemeinde ist, wird sie folgerichtig durch den Leiter der Gemeinde vollzogen – das war früher der Bischof. Dieser taufte und firmte in einer Feier – in den Ostkirchen ist das bis heute üblich. Bei uns werden erwachsene Täuflinge zugleich mit der Taufe auch gefirmt.

Mit der Zeit wurden die Gemeinden so groß, dass sie unterteilt wurden – der Bischof gab denen, die die Klein-/Teilgemeinden (Pfarren) zu leiten hatten (Pfarrer), die Beauftragung zur Taufe. Um aber den Bezug zur eigentlichen Integrationsperson nicht zu verlieren, blieb die Firmung (quasi der große Abschluss) dem Bischof vorbehalten. So wird diese auch heute durch den Bischof (oder einen von ihm persönlich Beauftragten) gespendet.

Die Firmung schließt (mit der Eucharistie) die Eingliederung in die Kirche („Initiation“) ab. Den Gefirmten wird die besondere Kraft des Heiligen Geistes zugesagt. Es ist eine wunderschöne Zusage, dass man als Gefirmte/r gerufen ist, „geistvoll“ zu leben, zu handeln, zu gestalten – ein Sakrament, das in Alltag, Beruf und vielen anderen Lebensbereiche ausstrahlen kann. Gefirmte sind im Besonderen Gesandte Gottes und seiner Kirche, aufgerufen, in diesem Geist Leben und Welt zu gestalten. Und: Im biblischen Sinn steht der Gesandte für den Sendenden – steht die/der Gefirmte für Gott in der Welt ein...

Vieles davon kommt im Ritual der Firmung zum Ausdruck:

Erneuerung des Taufbekenntnisses:
Bei der Taufe haben Eltern, Paten und Gemeinde dem Bösen eine Absage erteilt und den Glauben bekannt. Bei der Firmung ist die/der Kandidat/in alt genug, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie/Er entscheidet sich in der Firmung zu Gott eingebettet in das Leben der Kirche: „Wir/Ich widersage/n!“ - „Wir/ Ich glaube/n!“

Gebetseinladung durch den Firmspender:
Lasset uns beten, Schwestern und Brüder, zu Gott dem allmächtigen Vater, dass er den heiligen Geist herabsende auf diese jungen Christen, die in der Taufe wiedergeboren sind zu ewigem Leben. Der Heilige Geist stärke sie durch die Fülle seiner Gaben und machen sie durch seine Salbung Christus, dem Sohn Gottes, ähnlich.

Stilles Gebet

Gebet um den Heiligen Geist:
(Der Firmspender breitet seine Hände über die Firmlinge aus und spricht:)
Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus,
du hast diese jungen Christen in der Taufe von der Schuld Adams befreit,
du hast ihnen aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt.
Wir bitten dich, Herr, sende ihnen den Heiligen Geist, den Beistand.
Gib ihnen den Geist der Weiseheit und der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Durch Christus, unsern Herrn. - Amen!

Chrisamsalbung:
Firmspender: „N. (Vorname), sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!
 (Er legt dazu die Hand auf den Kopf des Firmlings
und zeichnet mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf dessen Stirn.)
Firmling: „Amen!
Firmspender: „Der Friede sei mit Dir!
 (Der Firmspender reicht dem Firmling die Hand zum Friedensgruß!)

Gefirmt!
Vom Geist Gottes ergriffen - unwiderruflich!
Mit Gott verbunden, in seiner Liebe gesendet -
für ein „Leben in Fülle“!

Die Crisamsalbung beinhaltet 3 Symbole:
Handauflegung“: Diese hat im menschlichen Leben viel mit „Halt geben“, „von jemandem etwas halten“, etc. zu tun; sie war in der Religionsgeschichte aber immer auch ein Zeichen der Übertragung von Ämtern und Aufgaben.
Salbung“: In unserer Welt verwenden wir unzählige Salben, Cremen, Öle usw.; wie selbstverständlich erinnert eine Salbung an Gesundheit, Schönheit, Kraft etc. Besondere Ämter (z. B. Königtum) wurde früher mit einer Salbung übertragen. Was schon in der Taufe betont wird, kommt hier zur Vollendung: Als Getaufter und Gefirmter ist man Christus (griechisch, bedeutet „der Gesalbte“) ganz zugehörig, beauftragt, ihn in der Welt spürbar zu machen und in seiner Kraft zu leben und wirken.
Besiegelung“: Auch heute drücken Stempel, Siegel oder Unterschrift die Aneignung eines Inhaltes aus – man identifiziert sich damit. Ähnliches wird von Gott her in der Besiegelung spürbar.




Zum Thema Firmung ein Artikel unserer Pfarrzeitung "Das Gespräch", verfaßt von unserem früheren Pfarrer Dr. Helmut Blasche im Jänner 1971:
Pfarrzeitung-Artikel: Gedanken zur Firmung

Demnächst beginnt in der Pfarre Schwechat der Firmunterreicht. Das Mindestalter für den Empfang der Firmung ist das vollendete 14. Lebensjahr.

Freilich wird wohl nur in Ausnahmefällen ein Jugendlicher schon in so jungen Jahren die nötige geistige Reife besitzen. In den Resolutionen der Wiener Synode heißt es "Die echte Entscheidung für Christus, die Bejahung der Taufe und die Bereitschaft zu einem christlichen leben verlangen für die Firmlinge ein entsprechendes Alter." Wenn also einer schon als Kind mit 14 Jahren die Firmung empfangen will, wo er doch eine Glaubensentscheidung aus eigener Überzeugung noch gar nicht fällen kann, dann müßte wenigstens durch die gläubige Prägung des Elternhauses dem Jugendlichen die Voraussetzung für eine spätere Entscheidung für Christus und die Kirche mitgegeben werden. Nur so ließe sich die Firmung schon im Kindesalter rechtfertigen.

 

Einige Ratschläge für Leute, die an die Firmung denken:

Eltern, die wollen, daß ihre Kinder gefirmt werden, sollen trachten, sie zu gläubigen Menschen zu erziehen, indem sie ihnen ein Leben aus dem Glauben vorleben. Dann werden ihre Kinder, sobald sie reif geworden sind, aus eigenen Stücken die Firmung empfangen wollen, weil sie ja die Vollendung ihrer Taufe ist und sie zu Christen im Vollsinn macht.

Eltern, die von ihren Kindern gedrängt werden, sie schon zur Firmung zuzulassen, sollen ihren Kindern sagen, daß die Firmung in der Regel geistige Reife voraussetzt und daß Leute, die geistig reif geworden sind, nicht ihre Eltern brauchen, um etwas zu tun.

Kinder, die gefirmt werden wollen, sollen sich um echte Freundschaft mit Christus bemühen durch Gebet und Sakrament und sollen am Gemeinschaftsleben der Pfarre teilnehmen, damit sie zu lebendigen Gliedern der christlichen Gemeinde heranwachsen. Die Bereitschaft hiezu ist ja die Voraussetzung, daß sie nach Erlangung der nötigen Reife zur Firmung zugelassen werden können.

Kinder, die von ihren Eltern gedrängt werden, sich firmen zu lassen, sollen die Eltern fragen, ob sie auch schon heiraten dürfen. Wenn die Eltern meinen, zum Heiraten seien sie noch zu jung, sind sie wahrscheinlich auch noch zu jung, die Verantwortung zu übernehmen, die mit der Firmung übertragen wird. Dies sollen sie versuchen, den Eltern (Omas, Onkeln u. dgl.) klarzumachen.

Firmlinge, die einen Paten suchen, werden es nicht leicht haben, einen zu finden. Denn er sollte ein guter Freund des Firmlings sein, einer, der wirklich aus dem Glauben lebt, jemand auf den der Firmling hört, den er achtet und liebt, von dem er sich etwas sagen läßt – und das alles obwohl der Firmling selbst schon reif ist (das muß er ja sein), weil es auch für den Erwachsenen gut ist, einen Freund zu haben, der sich vor Gott für ihn verantwortlich weiß.

Leute, die gern Firmpaten sein wollen sollen gut nachdenken, ob sie diese Voraussetzung erfüllen. Wenn nicht, sollen sie lieber davon Abstand nehmen, sich als Paten aufzudrängen. Bei Leuten, die schon recht alt sind, ist es wohl nicht mehr sinnvoll, wenn sie Paten sein wollen, denn der Pate soll ja den Firmling durch das ganze Leben begleiten.

Leute, die gern Paten sein wollen, weil sie Kindern gerne eine Freude machen, ihnen etwas Schönes kaufen oder sie in den Prater führen wollen, sind sehr liebe Leute. Sie sollen das alles tun. Aber sie müssen dazu nicht Paten sein. Mit der Firmung hat das alles nichts zu tun.

Wer also gefirmt werden will, soll zur ersten Besprechung kommen. Eltern brauchen natürlich nicht mitkommen oder vorsprechen, weil die Firmung ja die eigene, höchstpersönliche Entscheidung des Firmlings sein muß.

 

(Der Text wurde entnommen aus: Die kleinen Sünden straft Gott sofort. und andere Irrtümer, korrigiert von Helmut Blasche, Festschrift zum 75. Geburtstag, Herausgegeben von Rudolf Donninger, Geleitwort von Kardinal DDr. Franz König, Schwechat 2000, Seite 151; zu beziehen zum Selbstkostenpreis von 7,50 Euro in der Pfarre Schwechat)

 
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