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Was sind eigentlich Basisgemeinden?

Gedanken von Dr. Helmut Blasche:
Basisgemeinde (BG) ist Kirche, wie Jesus Christus sie will. Daher findet man eine wirkliche BG nicht. Sagen wir daher: BG ist eine Gruppe von Menschen, die Kirche sein wollen, wie Christus sie will. Eine Gemeinschaft auf dem Weg. 

"Jesus rief die zu sich, die er wollte"(Mk 3,13). Die Mitglieder einer BG wissen sich von Jesus Christus gerufen, sind seinem Ruf gefolgt und haben ihm ihr Leben zur Verfügung gestellt, damit er durch sie wirken kann.
bg1 Jesus sagt: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Gemeinde seid: wenn ihr einander liebt." (Joh 13,35). BG ist also keine funktionale Zweckgemeinschaft, vielmehr sind die Glieder der Gemeinde miteinander "geschwisterlich" verbunden, haben, wie Geschwister in einer Familie, einander nicht ausgesucht, aberwissen um ihre Zusammengehörigkeit.
Da diese Geschwisterlichkeit, die ja ein gegenseitiges Kennen und Verbundensein beinhaltet, nur in überschaubaren Gemeinden gelebt werden kann, wird eine BG kaum mehr als 50-70 erwachsene Mitglieder haben. "Sie sollen sich in Mahlgemeinschaften von ungefähr 50 zusammensetzen" (Lk 9,14) Da BG so etwas wie Familie ist (die "neue Familie Jesu" Mk 3, 35), haben ihre Glieder eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames Leben. D.h. sie fühlen sich füreinander verantwortlich, teilen Freuden, Sorgen und Leid, aber auch Zeit, Begabung und Geld. Was immer einer ist, hat und kann, das ist, hat und kann er nicht nur für sich selbst und seine Familie, sondern für die Gemeinde und ihrer Aufgaben. "Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. (Apg. 4,32) bgkinder
In der BG gibt es verschiedene Ämter und Dienste, aber keine Hierarchie (Einer ist euer Vater ..." Mt 20 u. 23), keine Kluft zwischen Gottesdienst und Weltdienst, alles ist Sache aller, jeder trägt bei zur Erfüllung der Aufgabe der Gemeinde je " nach der Gabe, die er empfangen hat" (1 Petr 4,10). Das gemeinsame Priestertum aller ist selbstverständlich. Ist ein geweihter Priester in der Gemeinde, fungiert er nicht als Gemeindeleiter, sondern versteht sich als Bindeglied zur Gesamtkirche, von der er bevollmächtigt ist. In der Regel hat er den Vorsitz in der Eucharistie. bg2 Die klassenlose Gesellschaft ist erfahrbar; alles, was sonst Menschen spaltet und trennt, ist überwunden. "Es gilt nicht mehr Jude oder Grieche, Sklave oder Freier, Mann oder Frau..." (Gal. 3,28). Also natürlich auch nicht Klerus und Laien und schon gar nicht irgendwelche Titel u. dgl.
bggruppe Außerdem soll die Gemeinde Modell menschlichen Zusammenlebens sein; "Stadt auf dem Berg ..." (vgl. Apg. 2); und andere müssen etwas davon haben, dass es die Gemeinde gibt."Ihr seid das Salz der Erde, Licht der Welt!" (Mt 5,13)  

Wenn eine Gemeinde einigermaßen das ist, was sie nach Jesus Willen sein soll, dann ergibt sich das von selbst. Da ihre Mitglieder aber immer ganz durchschnittliche, fehlerhafte Menschen sind, ist das völlig unmöglich. Da es aber doch der Fall ist, wird erkennbar, dass es Gott ist, der durch sie wirkt. "Wahrhaftig, Gott ist unter euch!" (1Kor. 14,25)

 
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