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Spatenstich für das Caritas-Wohnhaus am Zirkelweg: Mo, 8. 6. 2009 PDF Drucken

Caritas-Wien baut im Rahmen des „Sozialprojektes Zirkelweg der
Pfarre Schwechat“ ein Wohnhaus für 18 Menschen mit Behinderung;
Ltg-Abg. Mandl: „Der Zirkelweg ist ‚Kraftplatz’, von dem viel Kraft ausgeht!“


Jahrelang schon bemüht sich der Schwechater „Verein für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ (MmbB –
www.mmbb.at), dass in Schwechat ein Wohnheim für behinderte Menschen gebaut wird; schon die Caritas-Werkstätte in  Rannersdorf geht wesentlich auf seine Initiative zurück.

Heute wurde der Spatenstich für ein neues Wohnhaus gesetzt. Doppelt so viele Menschen wie erwartet (darunter Klient/inn/en der Caritas-Wien aus Lanzendorf bzw. der WG im Sozialzentrum Zirkelweg, Schüler/innen der ASO Schwechat, Bewohner & Betreuerfamilien des Sozialprojektes Zirkelweg und natürlich eine große Gruppe aus der Pfarre) waren ins „Sozialprojekt Zirkelweg der Pfarre Schwechat“ gekommen, in dessen Areal das neue zu Hause integriert wird. „Es ist für uns als Pfarrgemeinde ganz einfach eine riesige Freude, dass nach allen intensiven Vor-Diskussionen nun der Start wirklich gesetzt ist!“, erzählt der Schwechater Pfarrer Gerald Gump. „Als vor etwa 4-5 Jahre in unserem Pfarrgemeinderat die Überlegungen begannen, was nach (bausubstanzbedingter) Beendigung des Internationalen Wohnheims fortgesetzt werden soll, fügte es sich prächtig: Zum einen der in unserer Pfarre frei werdende Raum, wie auch die im pfarrlichen Leben wichtiger werdende Integration behinderter Menschen. Auf der anderen Seite die Initiativen von MmbB, wo ein Großteil unserer Pfarrengagierten Mitglied ist. Dazu die Caritas-Wien, die ihrerseits gerne bereit war, hier Initiativen zu setzen!“

Dem war bewusst ein intensiver Diskussionsprozess in der Pfarrgemeinde vorausgegangen – in einer Abstimmung innerhalb der Pfarre sprachen sich letztlich 85% dafür aus, dieses Projekt mit der Caritas-Wien anzugehen. In der Schlussabstimmung durch den Schwechater Pfarrgemeinderat fiel der Beschluss einstimmig. „Wir wollten eben nicht schnell etwas fixieren und einen Fremdkörper hinein setzen, sondern von Anfang an durch Gespräche & Diskussionen intensiv an der Integration in unser Sozialprojekt Zirkelweg, wie auch überhaupt das soziale Leben hier arbeiten!“ – so Pfarrer Gump.

„Zirkelweggemäß“ wurde ein Willkommensgruß von Zirkelweg-Bewohner/inne/n in mehreren Sprachen gesagt. Charmant durch ein Lied des Schwechater Pfarrkindergartens Zirkelweg begrüßt (die Gäste ließen sich sogar anstecken und machten großteils mit Gesang & Bewegungen mit) überbrachte im Rahmen der Spatenstichfeier Vizebürgermeister Gerhard Frauenberger die Grüße des Schwechater Bürgermeisters NR Hannes Fazekas und betonte das in Schwechat gute Zusammenwirken zwischen Stadtgemeinde, Caritas und Pfarre. In Vertretung der kurzfristig verhinderten NÖ Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner überbrachte Landtagsabgeordneter Mag. Lukas Mandl die Grüße des Landeshauptmannes: Der „Zirkelweg ist ein Kraftplatz, von dem viel Kraft ausgeht. Es ist eben kein Zufall, dass das neue Haus gerade hier im Sozialprojekt der Pfarre Schwechat entsteht und auch kein Zufall, dass es gerade durch die Caritas errichtet und betrieben wird – hier geht viel Kraft aus!“ Das Land NÖ unterstützt den Bau des Hauses maßgeblich.

Pfarrer Gerald Gump skizzierte die Entstehungsgeschichte: „Als Pfarrgemeinde ist uns wichtig, dass in unserem Sozialprojekt Zirkelweg das bunte Miteinander zugunsten von Menschen gut funktioniert. Durch die letzten Jahrzehnte wurden hier etwa 1000 Menschen aus 50 Nationen durch die Pfarre aufgenommen und betreut. Ein vielfältiges Miteinander von pfarrlichen Caritas-Tätigkeiten, wie eben z. B. die Flüchtlingsarbeit, ursprünglich von Pfarrleuten initiierten und jetzt eigenständigen Aktivitäten, wie z. B. das Kinderwohnheim Zirkelweg, oder anderen Institutionen wie z. B. die psychosoziale Wohngemeinschaft (vom Land NÖ) prägt das Leben hier! Das neue Wohnhaus für 18 Menschen wird ein weiterer, glänzender Mosaikstein sein!“

Der Caritas-Direktor der Erzdiözese Wien, Msgr. DDr. Michael Landau dankte mit ausgesprochen herzlichen Worten allen hier Engagierten. „Erst vorgestern, als ich bei Euch zur Firmung eingeladen war, habe ich eine ausgesprochen gute Atmosphäre erleben dürfen. Arbeit mit Sinn und gute Wohnqualität anzubieten, das ist uns als Caritas auch in unserer Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung wichtig – integriert in die Gesellschaft und in die Gemeinschaft“. Anerkennend äußerte sich Landau über das caritative Wirken der Pfarre, wünschte allen zukünftigen Mitarbeiter/inne/n Gottes Segen und drückte seine Zuversicht aus: „Es wird alles gut gehen!“

Mag. Franz Marenich, der Leiter der Behinderten-Einrichtungen der Caritas Niederösterreich Süd, moderierte die Veranstaltung und nahm € 1.400,- von Dechant Gump entgegen, die aus pfarrlichen Kollekten, wie aus Spenden der letzten Motorradsegnung des Clubs „Die Echt’n“ am Zirkelweg stammte – zweckbestimmt für ein „Kurzzeitunterbringungszimmer“ im Haus, das jenen Familien, die eine/n Behinderte/n zu Hause versorgen, eine zeitweilige Abwesenheit z. B. für Urlaub oder Operation ermöglichen soll.

Nach Ansprachen und Grußworten wurde der Spatenstich gesetzt und die Feier nahm im Pfarrzentrum Zirkelweg bei einem durch die Behinderteneinrichtung Lanzendorf (der das Projekt organisatorisch angegliedert ist) ausgerichtetes, köstliches Buffet seine Fortsetzung.

Im neuen Wohnhaus werden 18 KlientInnen in Einzelzimmern ein neues Zuhause finden, ein Zimmer steht für Kurzzeitunterbringung zur Verfügung. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2010 geplant. Mit dem Projekt wird das Angebot für Menschen mit intellektueller Behinderung in und um Schwechat erweitert. Die Caritas bietet derzeit im Wohnhaus Sendnergasse, in einer Wohngemeinschaft im Sozialzentrum Zirkelweg der Pfarre Schwechat  und in Lanzendorf rund 90 Wohnplätze sowie Wohnassistenz für 18 KlientInnen  in eigenen Wohnungen, außerdem Arbeit mit Sinn für 160 Menschen in den Tagesstätten Lanzendorf und Rannersdorf.  
Das überschaubare, barrierefreie Haus wird über ein Erd- und ein Obergeschoss verfügen, ausgestattet mit je einer Gemeinschaftsküche, einem Wohnzimmer, einem Pflegebad und mehreren Sanitäreinheiten. Eine Terrasse und der Garten lädt zum Verweilen in der Natur ein.  Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie öffentliche Verkehrsmittel sind gut zu Fuß erreichbar. 
"Behindert ist, wer behindert wird", so lautet der Slogan der Caritas Behinderteneinrichtungen. 2008 begleitete die Caritas der Erzdiözese Wien 618 BewohnerInnen in Wohngruppen und Wohngemeinschaften in Wien und Niederösterreich, 80 KlientInnen mobil in der eigenen Wohnung durch Wohnassistenz, sowie 641 Menschen in Beschäftigungstherapien oder Tagesstätten. „Behinderungen von Menschen in allen Bereichen abzubauen, das sehen wir als wesentliche gesellschaftliche Aufgabe", so der Direktor der Caritas Wien, Msgr. DDr. Michael Landau.

Fotos: Sylvia Dolezal
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Projekt Caritas Wohnhaus Zirkelweg in 2320 Schwechat
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Detail-Informationen über das geplante Caritas Wohnhaus Zirkelweg

Verwaltung: Das Wohnhaus Zirkelweg gehört verwaltungstechnisch zu den Caritas Behinderteneinrichtungen NÖ Süd. Die Verwaltung hat ihren Sitz in 2326 Lanzendorf, Obere Hauptstraße 35-37.

Wohnplätze: Im Wohnhaus soll es 18 Einzelzimmer für KlientInnen und 1 Kurzzeit-unterbringungszimmer geben. Der Verein „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ (MmbB) sollte aus Sicht der Caritas ein Vorschlagsrecht bei eventuellen Belegungen von freien Plätzen haben.

Betreuung: Vollbetreutes Wohnhaus  mit Nachtdienst für intellektuell und mehrfach behinderte Erwachsene (Pflegestufe 0 bis 7).

Lage: Das Wohnhaus befindet sich am Areal der Pfarre Schwechat am Zirkelweg. Es verfügt über rund 890 m² auf 2 Ebenen (Erdgeschoß und 1. Obergeschoß). Sowohl sämtliche Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten als auch  öffentliche Verkehrsmittel sind gut zu Fuß erreichbar.

Ausstattung: Das Wohnhaus  verfügt über 18 Einzelzimmer, 1 Kurzzeitunterbringungszimmer, 1 Dienstzimmer, 2 Gemeinschaftsküchen, 2 große Wohnzimmer, 2 Pflegebäder, mehrere Sanitäreinheiten mit Duschen und WC-Anlagen, Aufzug, große Terrasse im Erdgeschoß und die Möglichkeit der Mitnutzung des Gartens.

Möblierung: Das Wohnhaus wird behindertengerecht ausgestattet bzw. möbliert. Die Möblierungskosten für sämtliche Allgemeinräume (Küchen, Wohnzimmer, Pflegebäder, Duschen, WC-Anlagen und Garderoben) werden von der Caritas getragen.

TV: Das Wohnhaus soll über eine Satellitenanlage oder Kabelfernsehen verfügen. Die Kosten für die Sat-Receiver in den Wohnzimmern trägt die Caritas.

Fahrtendienst: Ein Fahrtendienst bringt die KlientInnen an Werkstättentagen vom Wohnhaus zu den jeweiligen Werkstätten (Lanzendorf, Rannersdorf, etc.) und wieder retour bringen.

Betreuungskonzept: Die Betreuung der KlientInnen richtet sich laut Leitbild der Caritas Behinderteneinrichtungen an das 3-Säulen-Modell „Normalisierung, Integration und Selbstbestimmung“. Betreut werden die KlientInnen von einem multiprofessionellen Team (BehindertenbetreuerInnen, SozialpädagogInnen, Pflegepersonal, etc.). Ziel der Betreuung ist es, den KlientInnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben und Unterstützung sowohl bei der allgemeinen Wohn- und Freizeitgestaltung, als auch bei der individuellen Entwicklungsplanung zu bieten.

Bei etwaigen Fragen steht ihnen Herr Mag. Franz Marenich (Regionalleiter)  oder Herr Stefan Busch (pädagogischer Leiter) unter der Telefonnummer 02235/47731 gerne zur Verfügung.
 

 
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