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„Segen für Liebende“ 2011: Gott geht mit den Liebenden! PDF Drucken

Schon seit 8 Jahren wird in Schwechat dieses Fest angeboten;
jetzt auch vergleichbare Gottesdienste im Stephansdom und anderen Kirchen der Diözese Wien

Schon seit 2004 bietet der Schwechater Pfarrer Gerald Gump einen „Segen für Liebende“ rund um den Valentinstag an – auch heuer fand es wieder regen Zulauf, als am Sonntag vor dem Valentinstag, 13. 2. die Pfarrkirche offen stand, und Pfarrer Gump Liebende segnete.

„Für jene, die ganz bewusst ihre Partnerschaft auf Ewigkeit im Rahmen von Kirche leben wollen, lädt unsere Kirche zum Sakrament der Ehe ein. Doch all die anderen fallen manchmal durch!“, erzählt er von den Grundideen dieses Festes. „Und viele von ihnen erleben gerade in ihrem Miteinander viel von Gottes Segen – auch wenn sie z. B. noch nicht bereit oder fähig zu all dem sind, was eine sakramentale Ehe meint. So kamen wieder Paare mit unterschiedlichstem Hintergrund: Verlobte, Suchende, Ehejubilare, Menschen die anders ihre Liebe leben, u.v.a.m.! Gott geht auch mit ihnen und das soll deutlich werden!“

3 Stunden war für sie am Sonntag die Einladung offen, in kleinstem Kreis mit dem Pfarrer ihre Lebenssituation partnerschaftlicher Liebe vor Gott zur Sprache zu bringen. Die Paare erzählten von ihrer Lebenssituation („Genau da hinein wollen wir Gottes Segen erbitten…!“ – Gump), gemeinsam wurde mit jedem Paar Bibel gelesen, gebetet und gesungen, für Geschenktes gedankt und um eine gute Zukunft, sowie seinen Segen dort mitten hinein gebetet – und das Angebot wurde genützt!

„Auch heuer waren wieder viele ‚neuen‘ Paare dabei, aber auch Menschen, die immer wieder kommen – einzelne auch, die diesen Tag als Jahrestag ihrer ‚Partnerschafts-Segnung‘ begehen“, erzählt Pfarrer Gump. „Ganz bewusst war für jedes Paar genügend Zeit da – schließlich sollte es ja nicht in Schnellabfertigung am ‚Fließband’ gehen, sondern ein echtes Feiern in Ruhe sein. Aber es freut mich, dass hier offensichtlich ein Lebensnerv oder ein tiefes Segensbedürfnis von Menschen getroffen wurde!“ In all dem wurde spürbar, dass der christliche Gott nicht für „Idealformen“ zuständig ist, sondern im ganz konkreten Leben, wenn es auch noch so bruchstückhaft ist, erfahrbar und wirkungsvoll ist…

Der „Segen für Liebende“ knüpft an Erfahrungen aus Deutschland an, wo im Dom von Erfurt durch den dortigen Weihbischof Reinhard Hauke schon seit Jahren ein solches „Fest der Liebenden“ Tradition geworden ist. In Schwechat wird der „Segen für Liebende“ nun schon das 8. Jahr in Folge gefeiert – seit einigen Jahren bieten auch mehrere andere Kirchen der Erzdiözese Wien (u. a. auch der Stephansdom) vergleichbare Feste an. 2005 hat auch die Österreichische Bischofskonferenz eine sehr positive Stellungnahme dazu ausgesandt – „Schön, dass partnerschaftliche Liebe auch in dieser Form ganz stark in unserer Kirche wieder ein zu Hause erlebt!“ wie Gump meint!

Die Aussendung der Österreichischen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2005 – die produktiven „Rückenwind“ für dieserart Feierlichkeiten gibt:
Der Valentinstag kehrt in die Kirche heim
Österreichische Bischöfe veröffentlichen Orientierungen für die Gestaltung von "Segensfeiern am Valentinstag"
"Der Sehnsucht vieler Paare nach Gottes Schutz und Segen entgegen kommen"
Wien, 8.2.05 (kathpress) Der Valentinstag (14. Februar) ist in den kirchlichen Bereich "heimgekehrt". Die österreichischen Bischöfe haben jetzt Orientierungen für die Gestaltung von "Segensfeiern am Valentinstag" veröffentlicht. Einleitend heißt es darin, der Valentinstag biete sich für die Kirche als Chance an, der "Sehnsucht vieler Paare nach Gottes Schutz und Segen entgegen zu kommen".

Die Bischöfe empfehlen ausdrücklich "kirchliche Segensfeiern, in denen auf die jeweilige Situation der Paare eingegangen werden soll": Ehepaare sollen eingeladen werden, ihr Eheversprechen zu erneuern; Brautpaare sollen zur gegenseitigen Hingabe im Empfang des Ehesakraments ermutigt werden; Verlobte dürfen den Beistand Gottes in der Vorbereitung auf die Ehe erbitten; wer nicht in einer sakramentalen Ehe oder in der Vorbereitung darauf lebt, soll in Form eines sorgfältig formulierten Gebetes und durch eine Einzelsegnung gestärkt werden. Die Grundidee sollte in allen Fällen sein: "Gott liebt alle Menschen und möchte sie durch den Segen seiner Kirche diese Liebe erfahren lassen".

Die Bischöfe empfehlen ausdrücklich, die Segensfeiern als Wortgottesdienste zu gestalten. In der Einladung, Ankündigung und liturgischen Gestaltung soll zum Ausdruck kommen, "dass alle partnerschaftliche Liebe auf die Ehe hingeordnet ist". In der Predigt und in den Gebeten soll darauf hingewiesen werden, dass "Gott die Quelle der Liebe und Treue ist". Die Predigt soll insbesondere den Wert und die Bedeutung des Ehesakraments als Grundlage für das Gelingen einer dauerhaften Beziehung und für die Erfüllung der Aufgaben einer Familie hervorheben. Um Missverständnisse zu vermeiden, soll "auf den Unterschied zwischen der Segnung von Paaren und Einzelnen hingewiesen werden". Die Segnung selbst soll begleitet werden von einer Handauflegung "als Zeichen des Wirkens des Heiligen Geistes". Die Segensfeier könne auch zum Anlass genommen werden, um die Paare verstärkt in die Ehe- und Familienseelsorge einzubeziehen.

Das Valentins-Brauchtum wird auf den Märtyrer-Bischof von Terni (Mittelitalien) zurückgeführt, der im 3. Jahrhundert um des Glaubens willen getötet wurde. Im 20. Jahrhundert hat sich der Valentinstag als "Tag der Liebenden" - weitgehend unabhängig von der katholischen Kirche - vor allem im englischsprachigen Raum durchgesetzt. Erst in den letzten zehn Jahren gibt es tastende Versuche im deutschsprachigen Raum, den Valentinstag als Anlass für  niedrigschwellige" Seelsorgeangebote auch kirchlich zu nutzen. (1111)

Fotos: Stefan Obernberger
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