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Schwechater Pfarrfest: 4 Jubiläen in einem Fest PDF Drucken

Pfarrer Gerald Gump feiert 40. Geburts- & 40. Tauftag, 15 Jahre Priester und 10 Jahre Pfarrer von Schwechat: Sa, 31. 10. 2009

Gleich 4 Jubiläen konnte am vergangenen Samstag der Schwechater Pfarrer Gerald Gump mit seiner Pfarrgemeinde feiern: 10 Jahre ist er Pfarrer von Schwechat, 15 Jahre Priester; und: 40. Geburts- & Tauftag stehen unmittelbar bevor (3. bzw. 10. 11.). Mit einer gut besuchten Messe im Festsaal des Pfarrzentrums Zirkelweg, einem groß angelegten Abendessen für alle, sowie liebevoll vorbereiteten Programmbeiträgen wurde es zu einem echten Pfarrfest.

Die Messe am Vorabend des großen Freudenfestes „Allerheiligen“ war diesem Thema gewidmet. Pfarrer Gerald ging in seiner Predigt darauf ein, dass an diesem Tag das „heil- & heilig-Werden durch Gott“ eine besondere Rolle spielt, einem Gott, der „erfülltes Leben“ für alle will & schenkt. Und er erzählte in einem Streifzug durch seine Jubiläen, wodurch sein Leben in reichem Maß erfüllt wurde. „Ich möchte mit keinem Menschen auf der Welt tauschen!“, bringt er dankbar das Erlebte & seine gegenwärtige Lebenssituation auf den Punkt!

Nach der Messe war ein groß angelegtes Abendessen am Programm, danach stellten sich unterschiedlichste Gruppen mit Gratulation, Programmbeiträgen, Spielen oder Reden ein: Verschiedenste pfarrliche Gruppen & Personen, aber auch die Schwechater Pfadfinder (wo Gump Pfadfinderkurat ist), die Gäste des „Sozialzentrums Zirkelweg der Pfarre Schwechat“, der Motorradclub „Die Echt’n“ (Gump wurde vor Jahren zum Ehrenmitglied ernannt), aber auch Altpfarrer Blasche, wie sein Bruder Wolfgang Gump. Bis in die Morgenstunden war Feierbetrieb.

Von vielfältigen Geschenken bat Gump abzusehen: Stattdessen ersuchte er um persönliche Zeilen (aus denen dann ein Erinnerungsbuch gebunden werden wird), wie auch schlicht und einfach um Geld: Dies wird für Ausbildungspatenschaften junger Menschen in Äthiopien verwendet. Der 1. Zwischenstand des Sammelergebnisses beträgt € 2.756,40. Da dies von anderer Seite verdoppelt wird, können somit € 5.512,80 für das Projekt Äthiopischer Ausbildungspatenschaften weitergegeben werden. „Ich bin froh, dass ein solches Jubiläum mithilft, Menschen nachhaltig zu unterstützen, die bislang weniger vom Leben haben – vielen Dank allen, die mitgespendet haben!“ – so Gump. Der lange im Schwechater Pfarrhaus lebende äthiopische Priester Fantahun war extra kurzfristig angereist – zu Hause leitet er derzeit die Diözese Addis Abeba, die größte der Äthiopisch-Orthodoxen Christenheit.
Über € 5.000,- für Äthiopisches Ausbildungsprojekt

„Es war für mich ein wunderschönes Feiern“, erzählt Pfarrer Gerald. „Ich kann auf 40 letztlich wunderschöne Jahre zurück blicken und darf als Priester einen Beruf leben, in den ich mich ‚mit Haut und Haar voll Begeisterung hineinhauen kann’ – was mir unheimlich liegt; ich kann diesen Berufsweg (wenn augenblicklich derzeit leider nur unverheirateten Männern) nur zutiefst empfehlen!“

Fotos: Brigitte Rupp & Andi Sterba
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Anmerkung – hier der Artikel aus der Schwechater Pfarrzeitung „das gespräch“ (November 2009), in der Pfarrer Gerald die wesentlichen Momente seiner Jubiläen skizziert:

Dankeschön…
In diesen Tagen darf ich 4 Jubiläen feiern: 40 Jahre alt, fast ebenso lange getauft, 15 Jahre Priester und 10 davon als Pfarrer hier in Schwechat. Ein paar persönliche Gedanken des Dankes zu 3 der 4 Anlässen:

geboren – und zwar „wieder-geboren“
… so wird die Taufe immer wieder bezeichnet: Nach der „natürlichen“ Geburt eine Neu-Geburt in das ewige Leben & Heil Gottes. Vielleicht ist es das kostbarste, was meine Eltern mit vermittelt haben: Eine Heimat in Gott und das vertrauensvolle „Wissen“ um eine tiefere Verwurzlung, als das „natürliche“ Leben geben kann. Damals war es eine Woche nach meiner Geburt – heute wird (was ich für sehr sinnvoll halte) Wochen und Monate zugewartet, um dann ein gut und zumeist sehr liebevoll gestaltetes Tauf-Fest zu feiern. Doch das letztlich Wesentliche richtet sich nicht nach dem Zeitpunkt: Die gefeierte und im Laufe der Jahre immer wieder erlebte Zusage Gottes, dass er mit mir „durch Dick & Dünn“ unterwegs ist. Und das 40 Jahre erleben zu dürfen: Ein erster, großer Grund für mich zum Danken…

15 Jahre Priester
Damals war ich der jüngste Kandidat, brauchte – da ich das kirchenrechtliche Mindestalter noch nicht erreicht hatte – eine Sondererlaubnis des Bischofs, ein Schicksal, das ich früher oft erlebte: Jüngster zu sein, was sich aber wohl auch nach und nach ändern wird… ;-)
Dies 1 ½ Jahrzehnte hindurch habe ich viele Höhen und manche Tiefen durchlebt, im Wesentlichen aber keinen Tag dieser Entscheidung bereut. Aus tiefster Seele kann ich sagen: Priester zu sein ist für mich der schönste Beruf auf der Welt und ich möchte mit keinem Menschen auf Gottes weiter Erde tauschen: Die Vielfältigkeit der Herausforderungen, die unterschiedlichsten Menschen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, die Chance, alles was mir wirklich wichtig ist, alltäglich in meinen Tag einbringen zu können, das, was mich tief erfüllt, nicht auf manche Lebenssituationen einzuschränken, sondern als tragende Linie meines Alltages leben zu können… - und schon allein die Erfahrung, 90% meines Alltags gern oder zumeist sehr gerne tun zu können: Es macht mich glücklich. Da und dort wurde mir schon gesagt, dass man mir die Begeisterung ansieht oder sie an mir erlebt: Es ist für mich das schönste Kompliment. Und: Meinen Lesern (leider muss ich es derzeit noch auf die unverheirateten Männer einschränken) kann ich nur empfehlen zu überlegen, ob dies nicht auch für Sie/Dich etwas wäre, um zur Lebensfülle zu gelangen!

1 Jahrzehnt Pfarrer von Schwechat
Meine Lebenserfahrung zeigt, dass die wirklich wichtigen Lebensentscheidungen und Richtungen nie von mir cool überlegt und angepeilt, sondern mir geschenkt worden sind: Weder die wesentlichen Grundlinien (Familie, soziales Umfeld, Muttersprache etc.) kann ich mir selbst verdanken, wie auch die die tragenden Lebensherausforderungen, die mich prägten: Meine Heimatpfarre, Engagement in Vertretung des Priesterseminars, wie der Hochschulpolitik, meine Posten in meiner Diakonatspfarre (Hernals), meine 2 Kaplanspfarren (Gloggnitz & Prigglitz), mein Dienst für Diözesanjungschar, Dekanat, Grabesritter oder Kolpingwerk, wie auch die Entscheidung zu Schwechat (u. a. m.): Ehrlich gesagt hat all dies „das Leben“ (oder ich würde sagen: Jemand der hinter eben diesem steht) gebracht und ich habe (meist nach zuerstigem nicht vorstellen Können oder auch Nein-Sagen) diese sich dann nahelegende Lebenswende nur mehr aktiv bejaht. Immer war mir klar, dass ich deshalb Priester werden möchte, um letztlich als Pfarrer Dienst zu tun. Aber mein erster Impuls auf die Idee, dies in Schwechat werden zu können, war auch hier ein klares „Nein, für mich nicht vorstellbar“. Wo Gott mich dann letztlich hinbegleitet hat, zeigen die letzten 10 Jahre – und darüber bin ich glücklich und zutiefst dankbar. Für mich war es eine erfüllende Zeit, wo Gott mich durch die Wirklichkeit des Pfarrlichen Lebens & Alltages umarmte.
Meiner Planung nach werde ich nicht „ewig“ hier bleiben – auch andere Pfarren brauchen einen Pfarrer. Aber nach gründlicher Überlegung durch die letzten Monate & Gespräch im Pfarrgemeinderat habe ich den Eindruck, dass ein paar weitere Jahre hier anzuschließen durchaus beidseitig (für die Pfarre und mich) gut passen und im Sinne Gottes sind.

Und da gab’s ja noch ein 4. Jubiläum: 40. Geburtstag. 40 ist in der Bibel die Zahl der Vollendung. Das ist für mich ein sehr stimmiges Wort: Ich habe bis dato Gott-sei-Dank ein sehr erfülltes Leben geschenkt bekommen. Sie sehen also: Aller Grund für mich dankbar zu sein…

… soweit ein kleiner Einblick in mein Erleben. In kurzen, anderen Worten gesagt: Ich kann diesen „Chef“ nur wärmstens empfehlen: ER ist der beste!
            meint Ihr dankbarer
                        Pfarrer Gerald

 
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