Aktuelles arrow Aktuelles arrow „Schwechat-Haus“ in Bukarest: offizielle Eröffnung & Einweihung
Jakobus live – wöchentliche Neuinfos & Termine


Jakobus-live-Newsletter bestellen         Cilli-News – unsere aktuellen Termine für Kinder als                 Newsletter bestellen


Cilli-News – unsere aktuellen Termine für Kinder


„Schwechat-Haus“ in Bukarest: offizielle Eröffnung & Einweihung PDF Drucken
01 Küberl: „Wir wollen diesen Kindern ein Stück ihrer gestohlenen Kindheit zurückgeben!“

Am Fr, 6. 10. 2006 wurde das Gesamt-Haus offiziell eingeweiht und eröffnet – jener Gebäude-Komplex in Bukarest/Rumänien, der aus 4 Teilen besteht; der erste Teil, das „Schwechat-Haus“ wird vom laufenden Betrieb her weiterhin durch die Pfarre Schwechat finanziert!

Über 40 ehemalige Straßenkinder haben damit ein neues zu Hause gefunden. Nach den Zeiten der Not durch Hunger, Kälte, Gewalt und auch sexuellen Missbrauch haben diese Kinder jetzt einen geregelten Tagesablauf mit Schule, gemeinsamem Essen, menschlicher Zuwendung, Spielen, Lesen, usw., können also endlich ein "ganz normales Kinderleben" führen.„Wir wollen diesen Kindern ein Stück ihrer gestohlenen Kindheit zurückgeben!“, meinte Caritas-Präsident Küberl, der – ebenso wie eine 8-köpfige Abordnung der Pfarre Schwechat – extra zu Eröffnung & Segnung des Hauses angereist war, welches der Erzbischof von Bukarest, Ioan Robu, durchführte. "Hier bei uns zu bleiben heißt für viele erstmals die Erfahrung zu machen, was es bedeutet, sich geliebt, sicher und wichtig zu fühlen", so Küberl, der sich nochmals besonders bei der Pfarre Schwechat für die so lange und intensive Unterstützung, wie auch die Qualität der Partnerschaft bedankte. Der Bau des gesamten Gebäude-Koplexes wurde durch die Caritas Vorarlberg, sowie andere Sponsoren finanziert, der Betrieb des Hauses wird durch Brüder des spanischen Maristen-Ordens durchgeführt, die sich – auf Kinder- & Jugendbetreuung spezialisiert – Projekten für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Schichten in 74 Ländern der Welt widmen.
Im Rahmen der Festveranstaltung am 6. Oktober segnete der Bukarester Erzbischof die Wohnanlage, der Österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl sprach rührende Dankesworte. „Diese übernationale Verbundenheit ist für unsere Pfarre kostbar!“ zitierte Projektleiterin Maria Fohringer aus den schriftlichen Grußworten des Schwechater Pfarrers Gerald Gump. „Ich freue mich, dass wir uns gegenseitig auch im Gebet unterstützen und mittragen, da es für unser Selbstverständnis als Christen wichtig ist, über nationale Grenzen hinaus zu denken und füreinander da zu sein, wie wir es – wie im Sommer ja auch vertraglich fixiert – selbstverständlich auch in Zukunft finanziell tun werden.“

Auch viele andere prominente Festgäste waren zu begrüßen: Peter Klinger, Caritasdirektor der Diözese Vorarlberg (die den Großteil der Baukosten übernommen, sowie den gesamten Bau durch Fachleute begleitet hat), sowie die Caritas-Projektvertantwortliche Irene Kurz, weiters der Österreichische Botschafter in Bukarest, Vertreter und Repräsentanten großer österreichischer Firmen (wie Austrian Airlines, Erste Bank – vertreten durch Frau Huimann) und viele weitere Gäste.

Mit großer Begeisterung führten die Kinder selbst einstudierte Tänze vor und sangen mit ihren Betreuern rumänische Lieder. „Das war das Berührendste“, so Max Taferner, Mitglied des Schwechater Rumänien-Teams, „wie die Kinder mit ihren Darbietungen das Fest gestalten und überhaupt, wie sich alle mit Kinderlachen füllt!“ Spürbar wurde dies auch, als die aus Schwechat angereiste Delegation große Plakate mit Fotos aus dem Schwechater Pfarrleben, sowie hunderten Unterschriften von Schwechater Pfarrleuten – Zeichen der Verbundenheit – übergaben: Begeistert wurden sie von den Kindern mit riesigem Stolz durch die Leute getragen.

Die Pfarre Schwechat engagiert sich seit 12 Jahren in Bukarest für Straßenkinder. Es begann damit, dass Maria Fohringer für ein Jahr nach Rumänien übersiedelte und streetwork tat. Danach wurde die Patronanz für das Haus „Sf. Ioan“ übernommen – als dessen Schließung aufgrund behördlicher Vorschriften nötig wurde, unterstützte die Pfarre den Neubau der oben genannten Häuser. Für den ersten Teil, das „Schwechat-Haus“ übernimmt sie (weiterhin) die laufenden Betriebskosten. Bis dato hat die Pfarre Schwechat fast eine Halbe Millionen Euro bezahlt.

„Besonders bin ich vom Orden der Maristen beeindruckt!“, erzählt Pfarrer Gump begeistert, der Ende Juli mit Maria Fohringer nach Rumänien reiste (siehe Bericht unten), um beim wirklichen Einzug der Kinder mit dabei sein zu können und die Partnerschaft auf eine neue, vertragliche Basis zu stellen. „Seit die Maristen die Leitung des Hauses übernommen haben, erhalten wir in der Pfarre nicht nur laufende, pädagogische Berichte, sondern auch detaillierte & genaueste Kostenaufstellungen. Jetzt konnte ich sie auch bei der pädagogischen Arbeit mit den Kindern beobachten: Es ist beeindruckend, mit welcher liebevollen Zuwendung sie ihre Arbeit haben, und wie hoch-kompetent sie ihren Erziehungsaufgabe nachgehen. Und: Man spürt laufend, wie gerne die Kinder sie haben!“

2-3x / Jahr fährt Projektleiterin Maria Fohringer mit jeweils einigen aus dem Schwechater „Rumänien-Team“ nach Bukarest, um Hilfsgüter mitzubringen, wesentliche Fragen der Linie zu besprechen und ganz einfach die durch die Jahre intensiv gewordenen Freundschaften zu pflegen. Der Segen Gottes über dem Projekt ist auf vielfältige Weise spürbar!

Für die Schwechat-Gruppe gab es danach noch ein eigenes Programm: Stadtführung mit Besichtigung des Ceaucescu-Palastes, eine Bootsfahrt am Herastrausee u. a. m. Eine Gruppe fuhr ans Schwarze Meer, die anderen besuchten am Gara de Nord (Nordbahnhof) die dort lebenden Jugendlichen. Von einer berührenden Szene dabei weiß Maria Fohringer zu berichten: „Alle merkten, dass Antolin und Fernando (die 2 Verantwortlichen der Maristen) mit den Jugendlichen und Kindern gut bekannt waren. Alle wollten mit ihnen sprechen. Ein Jugendlicher umarmte Antolin und begann stark zu husten. Er wendete aber sofort sein Gesicht von Antolin ab, um ihn nicht anzuhusten. Ich dachte mir, er könnte Tbc haben. Plötzlich merkten wir alle, wie er stark zitterte. Er sagte, dass er friere. Da gab ihm Antolin spontan seine Jacke: Ein moderner Hl. Martin. Einige von uns hatten Tränen in den Augen…“

Einen Bericht von der Projektreise Pfarrer Gerald Gump & Projektleiterin Maria Fohringer im Juli 2006 (Zeitpunkt des Einzuges der Kinder, sowie Unterschrift des Partnerschafts-Vertrages) finden Sie hier

Fotos: Karli Schabler & Martin Ribic

0103101107

 
>