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Cilli-News – unsere aktuellen Termine für Kinder


Partnerschaftsgruppe Pfarre Schwechat - Pfarre Itaberaba/Bahia/Brasilien PDF Drucken
Der Papst in Brasilien – Brasilien in Schwechat!

Papst Benedikt XVI. hat am Mittwoch die erste Übersee-Reise seiner Amtszeit angetreten. Er besucht fünf Tage lang Brasilien. Man erwartet, dass das katholische Kirchenoberhaupt auch zu Themen wie Armut, soziale Ungerechtigkeit und Gewalt Stellung beziehen wird. Allerdings sind im Vorfeld Seiten Roms mit der Ermahnung des Theologen Jan Sobrino eindeutige Zeichen gegen die Theologie der Befreiung gesetzt worden.

Während also das katholische Kirchenoberhaupt sich mit großen Amtsträgern zur Eröffnung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Brasilien trifft, begegnet einander die kirchliche Basis in Schwechat auf andere Art.

Im Rahmen unseres Partnerschaftsprojektes Itaberaba – Schwechat, besuchen uns Frei Vasco Croccoli und Marisetie für zwei Wochen, um einerseits einen Eindruck von unserer Lebenswelt in Schwechat zu erhalten und andererseits gemeinsam nach weiteren Schritten im Prozess unserer gegenseitigen partnerschaftlicher Unterstützung zu suchen.

Besuch aus Brasilien!
Partnerschaftsprojekt schafft Möglichkeiten der Begegnung zwischen den Kulturen

Seit über 15 Jahren besteht das Partnerschaftsprojekt zwischen den Pfarren Schwechat und der Pfarre Itaberaba im Nordosten Brasiliens im Bundesstaat Bahia. Begonnen hat die Partnerschaft mit dem Entwicklungshilfeeinsatz zweier Mitglieder der Pfarre Schwechat in Itaberaba. Ein zweimonatiger Besuch von vier VertreterInnen der Pfarre Itaberaba in Schwechat und ein Gegenbesuch unsererseits in Itaberaba waren, neben vielen anderen Begegnungen, wichtige Meilensteine unserer Partnerschaft.

Seit 4. Mai sind wieder zwei Vertreter der Partnerpfarre in Schwechat: Frei Vasco Croccoli und Marisete. Ziel des Besuches ist einerseits, dass die beiden einen Eindruck vom Leben in Schwechat bekommen, d.h. die Arbeit der Pfarre Schwechat mit ihrer Vielfalt kennenlernen, verschiedene Besuche von Sozialeinrichtungen und Schulen in Schwechat, aber auch der Bio-Landbau oder der Energiepark Bruck a.d. Leitha stehen genauso wie Sightseeing von Wien am Programm. Auf der anderen Seite wollen wir mit diesem Besuch auch etwas von der Lebenssituation in Itaberaba vermittelt bekommen, und das gilt nicht nur für die Partnerschaftsgruppe, sondern diese Möglichkeit bietet sich auch für zahlreiche SchwechaterInnen. Eine sehr offene Möglichkeit soll der Pfarrheurige am Mittwoch, 16.Mai ab 18.00 Uhr in der Pfarre Schwechat sein, zu dem wir alle recht herzlich einladen.

  • Die gemeinsam formulierte Basis unserer Partnerschaft:

    ·         Im Teilen von Leben und Glauben zwischen unseren Pfarren und Gemeinden, wollen wir die Abhängigkeiten unserer weltpolitischen Strukturen durchbrechen.
  • ·         Wir suchen eine Kommunikation unter Partnern, die durch Begegnung, Treffen, Briefen und interkulturellen Austausch geprägt ist.
  • ·         Dadurch schaffen wir Solidarität, die zur Stärkung und Bereicherung unserer Völker und ihrer Anliegen führen soll.


Einige Daten zu Itaberaba:

Itaberaba
liegt im Landesinneren des Bundesstaats Bahia in Brasilien und zählt ca. 57.000 Einwohner. In diesem steppenartigen Gebiet leben sehr viele vertriebene, daher landlose Bauern mit ihren Familien unter der Armutsgrenze. Das Familieneinkommen beträgt etwa 30-40 Dollar im Monat – umgerechnet ca. 400-500 ATS. Das ist zu wenig zum Leben, deshalb versuchen viele durch Landbesetzungen zu eigenem Grund zu kommen. Doch selbst wenn das glückt, bleibt noch immer das große Problem der Wasserversorgung. Die Bauern sind nicht zuletzt deshalb von den Großgrundbesitzern und Behörden total abhängig. die Kinderarbeit ist weit verbreitet, es gibt zu wenig Schulen und deshalb bis zu 80% Analphabeten. Auch ist das Gebiet medizinisch unterversorgt.

Wichtige Projekte und Anliegen:

Von Beginn an galt ein Großteil der Unterstützung dem Kampf der Kleinbauern um ein eigenes Land. Wir begleiteten Landbesetzungen in ihrem Bestreben, die seitens der Regierung versprochene Landreform durchzusetzen. Doch mit den mühsam und gefahrvoll erstrittenen Landumwidmungen war es nicht getan. Es fehlt in den sehr trockenen Gebieten vielfach an Bewässerungsmöglichkeiten aber auch Strom ….

Unsere Unterstützung galt deshalb auch notdürftige Infrastrukturen zu schaffen, etwa mit Wasserpumpen, um Gemeinschaftsfelder zu bewässern.

Weitere Projekte waren:

·         Die Unterstützung von Landwirtschaftsschulen der Region, um die Bevölkerung mit den Annforderungen einer „Trockenwirtschaft“ vertraut zu machen.

·         Wasser für Itaberaba: Die Aktion war ein voller Erfolg. Mittlerweile wurde die Projektidee auch von der Regierungsseite aufgenommen und unterstützt.

·         Energie für Itaberaba: In einem 2. Schritt soll Familien ermöglicht werden, ihren Energiebedarf mit Solarenergie abzudecken.

·         Radio: Wir unterstützen den Betrieb eines regionalen pfarrlichen Radiosenders, dessen Ziele vor allem die Aufklärung von Grundrechten und Vernetzung der Bevölkerung sind. Der Sender wurde von den lokalen Behörden zwar schon etliche Male geschlossen und Geräte beschlagnahmt, doch konnte die Arbeit immer wieder aufgenommen werden.

Die finanzielle Basis unserer Partnerschaft:

Die laufenden Kosten werden vor allem durch Selbstbesteuerung von Sympathisanten der Partnerschaftsgruppen und Spenden finanziert.
Unsere Partnerschaftsgruppe durfte auch einmal eine eindringliche Fotoausstellung in der Aula der Stadtgemeinde präsentieren. Ein wichtiger Anstoß den interkulturellen Dialog unserer Partnerschaft in den Kontext unserer Gemeinde zu tragen.

Brigitte Krenn

itaberaba-gruppe

























Foto v.l.n.r: Peter Mesch, Vasco Cróccoli, Traude Illity, Michael Steiner, Philipp, Traude, Sophie und Sepp Kluger, Marizete dos Santos Araujo, Pfarrer Gerald Gump, Brigitte Krenn und Lucia Resch

 
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