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Palmsonntag, 28. März 2010 PDF Drucken

„Mit Jesus ins eigene Leben einziehen!“
Pfarrer Gump nimmt zum Skandal um Sexuellen Missbrauch in der Kirche Stellung

Nach dem Stadtkreuzweg (Fr, 26. 4.) haben wir mit dem Palmsonntag die Hl. Woche begonnen. Treffpunkt war bei unerwartet schönem Wetter wie immer um 10 Uhr am Kellerberg – auch in diesem Jahr war der Andrang sehr groß.

Nach einführenden Worten wurden die Palmzweige gesegnet und das Evangelium des Einzugs in Jerusalem (Lk 19,28-40) vorgetragen. Anknüpfend an Erfahrungen rund um sehr aktuelle Erfahrungen zog Pastoralassistent Daniel Vychytil in seiner Kurzpredigt Parallelen zu heute: „In kürzester Zeit kann eine begeisterte Menge umkippen – und die gefeierten Olympia-Teilnehmenden werden zu ‚Loosern’ der Nation!“

Der Einzug Jesu wurde auch nachvollzogen: Fröhlich plaudernd begann die erste Wegstrecke der Prozession. Kurz vor dem Hauptplatz wurde nochmals stehen geblieben und inne gehalten, „damit wir diesen Schritt jetzt wirklich bewusst setzen – nicht gedankenlos oder auf anderes konzentriert!“ Mit deutlichen Worten nahm hier Pfarrer zu den kirchlichen Skandalgeschichten („Sexueller Missbrauch“) der letzten Wochen Stellung und bekannte seine eigene Ratlosigkeit, wie die der anderen Kirchenverantwortlichen. Namens der Kirche bat er Opfer um Verzeihung und zog 3 Konsequenzen:
   1) Seien wir dankbar für diese Krise: Dadurch konnte viel für Zukunft verhindert werden!
   2) Es ist nicht abgetan damit, einige Täter ausfindig zu machen: Es gibt kirchliche Strukturen & Linien (Sexualität, Umgang mit Macht, …), die ein Klima fördern, dass sich solch Verbrechen ausbreiten können – an diesen „sündigen Strukturen“ ist zu arbeiten.
   3) Bitte um Differenzierung: Sowohl bei den Tätern (nicht jeder ist gleich ein Schwerverbrecher – keiner hat seine menschliche Würde verwirkt), wie auch bei der Kirche (es ist nicht alles in ihr schlecht – wenn auch hier drastische Fehler passiert sind).
(vgl. auch Leitartikel Pfarrzeitung „das gespräch“ / April 2010):

Hierauf ging der 2. Teil der Prozession los – mit Liedern ging’s zur Kirche, wo der Festgottesdienst fortgesetzt wurde. Besonders erfreulich war die heuer besonders große Anzahl von jungen Familien, die das bunte & vielfältige Leben der Pfarre besonders spürbar machten. Die Kinder zogen lautstark danach extra ein und es galt, das Evangelium (Jh 12,20-26) zu hören: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein – wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht!“ Anhand dieses biblischen Bildes führte Pfarrer Gump aus, dass es bei Jesus nicht um ein bisschen moralische Erneuerung, Gebote oder Einzeländerungen geht: Er will unser ganzes Leben, unsere ganze Hingabe!

Nach der Predigt wurden die 4 erwachsenen Taufkandidat/inn/en (Taufe: Ostern 2010) noch mit Katechumenenöl gesalbt, sowie der „Effata-Ritus“ vollzogen. All dies wurde in der Eucharistie vor Gott gehalten – von IHM geschenkte und bewirkte Verwandlung gefeiert. Zum Abschluss verteilten die Wichtel & Wölflinge unserer Pfadfinder noch Osteranhänger beim Ausgang – das Fest wurde in fröhlicher Agape am Kirchenplatz weitergeführt! Dort bekam dann auch jeder Erde und eine Schale, um die am Aschermittwoch erhaltenen Weizenkörner im Anklang an Predigt und Folgegottesdienste zu Hause einzusetzen!

Fotos: Heidi Halvorsen

 
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