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Daniel Vychytil folgt Pia Schildmair nach

Jahrzehntelang war das Leben am pfarrlichen „Zirkelweg“ von unserer Tabsi-Maria Oberhauser geprägt, die seit 1980 als Pastoralassistentin in unserer Pfarre engagiert war. 2008 ging sie in Pension (aber lebt & wirkt weiterhin mit ihrem Mann Franz als Betreuerfamilie im „Sozialzentrum Zirkelweg). Als Nachfolgerin war im vergangenen Arbeitsjahr Pia Schildmair tätig, die (einem schon lang gehegten Wunsch jetzt nachgehend) in die Ordensgemeinschaft der „Missionarinnen Christi“ eintritt – am So, 30. August wird sie im Gottesdienst verabschiedet.
Die Geschichte der Pastoralassistent/inn/en in unserer Kirche ist noch gar nicht alt. Gerade durch den Aufbruch des II. Vatikanischen Konzils gefördert sind sie ein Pool von kirchlich Engagierten, ohne die vieles in Kirche heute gar nicht mehr denkbar ist. In speziell ausgebildeter Form versehen sie einen kompetenten und spirituellen Dienst, der wesentlich dazu beiträgt, dass Kirche heute ihrem Auftrag nachkommen kann. Dementsprechend wichtig war es, eine/n kompetente/n Nachfolger/in zu bekommen.
Gott sei Dank sehr bald konnte die Zusage der Erzdiözese Wien erwirkt werden, dass eine Nachbesetzung möglich ist – in Zeiten von Finanz- & Personalknappheit (auch in der Kirche) keine Selbstverständlichkeit. Nach Ausschreibung, intensiven Vorgesprächen und Hearings ist nun die Entscheidung auf Mag. Daniel Vychytil gefallen, der mit Mo, 16. August seinen Dienst bei uns begonnen hat – er schreibt:
Ich möchte mich als neuer Pastoralassistent in der Pfarre Schwechat bei ihnen kurz vorstellen.
Mein Name ist Daniel Vychytil. Als fast echter Wiener – ich habe nämlich wirklich eine böhmische Großmutter, wie ja mein Nachname deutlich zeigt – habe ich in Wien die klassische Schulausbildung absolviert (Kindergarten, Volksschule und Gymnasium). Pfarrlich war ich in einer der kleinsten Pfarre von Wien - dem Arsenal - als Ministrant und später in der Jugend gut integriert. Neben meiner Familie habe ich sicherlich hier meine erste christliche Prägung erfahren.
Nach der Matura bin ich ins Wiener Priesterseminar eingetreten und habe mit dem Theologiestudium begonnen. Von dieser Zeit kenne ich bereits Pfarrer Gerald. Im dritten Studienjahr verbrachte ich das Auslandsjahr in der goldenen Stadt Prag. Ich lebte in der Jugendpfarre der Salesianer Don Bosco in Prag mit. Nach dem Austritt aus dem Priesterseminar absolvierte ich am Ende meines Studiums mein Pfarrpraktikum in der Pfarre Rodaun in Wien 23. 1998 beendete ich sowohl das Studium der Fachtheologie als auch das der selbständigen Religionspädagogik.
Im gleichen Jahr begann ich meine lange Laufbahn im „Karwan Haus“, einem Flüchtlingsheim der Caritas Wien. Zuerst als Zivildiener und dann bin ich - wie man so schön sagt - im Karwan Haus als Pastoralassistent hängen geblieben. Diese elf Jahre im Karwan Haus waren eine wunderschöne, aber auch prägende Zeit. Ich könnte jetzt einen Roman über die vielen Erlebnisse und Begegnungen, über viele starke Frauen und Männer, aber auch am Schicksal zerbrochene Personen schreiben, über Menschen, die alles aufgeben mussten und trotzdem ein neues Leben begonnen haben, über Menschen die Hoffnungen haben und Menschen, die an ihren Vorstellungen von einer besseren Zukunft in Österreich gescheitert sind.
Mein Tätigkeitsfeld war sehr weit gestreckt. Neben persönlicher seelsorglicher Begleitung, (inter)- religiösen Gebeten und Wallfahrten (auch zu Fuß), startete ich viele kleinere und größere Projekte. In den ersten Jahren initiierte ich eine intensive Kooperation zwischen Karwan Haus und dem Zentrum für Theologiestudierende. Für dieses Projekt erhielten wir auch einen Preis der kirchlichen Medien. Weiters leitete ich vor der Grundversorgung 2004 das Projekt Hippokrates für nicht krankenversicherte AsylwerberInnen.
( Vor 2004 waren phasenweise bis zu 50% der AsylwerberInnen ohne jegliche staatliche Unterstützung. Sie waren auf Quartiere der Hilfsorganisationen und privaten Hilfsangebote angewiesen. AsylwerberInnen waren in dieser Zeit auch nicht krankenversichert. Ich organisierte in dieser Zeit mit Hilfe von ca. 70 Ärzten gratis medizinische Versorgung. )
In dieser Zeit war ich das erste Mal in Kontakt mit der Pfarre Schwechat. Zwei Mal konnte ich obdachlose Flüchtlinge in der Pfarre unterbringen.
Umgekehrt betreuten wir in den letzten zwei Jahren einen afrikanischen Herrn, der davor in der Pfarre Schwechat wohnte.
In den letzten Jahren leitete ich vermehrt Workshops und Schulstunden (bis zu 40 im Jahr) für Schulklassen und Firmgruppen, aber auch für Erwachsene zum Thema – Flucht, AusländerInnen in Österreich und Integration. Im Karwan Haus selber war ich am intensivsten in der Betreuung von (jungen) Männern tätig und startete zwei spannende Projekte – einerseits die Gründung der afrikanischen Trommelgruppe „African Beat“, die mittlerweile über 100 Auftritten in Wien und Umgebung hatte. Weiters spielten Karwan Haus zwei Mannschaften aus dem Karwan Haus seit drei Jahren bei der diözesanen Tischtennismeisterschaft recht erfolgreich mit.
Insgesamt war mir die Vernetzung zu diversen kirchlichen Gruppen und Institutionen wichtig. Dies ist sicherlich auch ein Grund, dass ich nun das zweite Mal in den Vorstand der akademischen PastoralassistentInnen gewählt worden bin.
Die Zeit im Karwan Haus war eine sehr prägende mit vielen schönen aber auch schwierigen Erfahrungen, die ich aber auf keinen Fall missen möchte. Trotzdem ist nach so langer Zeit eine Veränderung angesagt und so entschied ich mich für die Pfarre Schwechat, wo ich einen Teil meinen oben genannten Erfahrungen sicherlich einbringen kann.
In den Jahren nach dem Studium habe ich auch einige Fortbildungen gemacht, wie unter anderem den Lehrgang Weltreligionen, Lehrgang Gewaltfreiheit (Internationaler Versöhnungsbund) und den Lehrgang Wirtschaft - Politik – Zivilgesellschaft soziale Verantwortung (KSÖ). Diese Kurse zeigen, mein großes Interesse an Fragen nach der sozialer Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, da ich glaube, dass das christliche Engagement sich gerade dort zeigen sollte.
Privat lebe ich alleine im dritten Bezirk. Im Jahr 2005 bin ich den Jakobsweg gegangen und seit damals liebe ich das (Weit)-Wandern. Ich nützte fast jede Zeit, um Tages- aber auch mehrtägige Märsche zu machen. So war ich in der Übergangszeit zwischen Karwan Haus und meinen Arbeitsbeginn in Schwechat auf einem Teilstück des österreichischen Jakobsweges unterwegs. Aber auch in den Alpen und im Ausland (Polen, Tschechien und Italien) habe ich schon mehrtägige Wanderungen unternommen. Weitere Hobbys von mir sind Lesen, Tischtennis Spielen und natürlich Freunde Treffen.
Ich hoffe, dass es nicht nur bei diesem Vorstellungstext bleibt und ich in nächster Zeit die Möglichkeit habe sie persönlich kennen zu lernen.
In Freude auf eine neue berufliche Herausforderung und eine gute Zusammenarbeit
Mag Daniel Vychytil
Daniel hat mit 16. 8. bei uns begonnen und wird als Hauptschwerpunkt seiner Arbeit die Leitung des Gesamtbereiches „Zirkelweg“ übernehmen. Wir heißen ihn herzlich willkommen und freuen uns auf ein gutes & kreatives Miteinander im Geiste Gottes!
Pfarrer Gerald

„Unser neuer Pastoralassistent Daniel Vychytil bei der Jugendwallfahrt August 2007 in Mariazell mit vier afghanischen und einem nigerianischen Asylwerber“
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