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Kirchliches „Gipfeltreffen“ in Schwechat – So, 27. 8. 2006 PDF Drucken
29Bischof Daniel Yilma (äthiop.-orth. Bischof für Nord-, Ost- und Westafrika) trifft Kardinal Schönborn (röm.-kath. Erzbischof von Wien); mit dabei: Altkatholischer Bischof Heiz, Äthiopische Botschafterin für Österreich & Nachbarländer Georgis u. v. a. m. Schönborn: Ich entschuldige mich für ausländerfeindliche Parolen im laufenden Wahlkampf „Filseta Le Mariam”-Fest der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche für Österreich – Festgottesdienst in Schwechat Bischof Daniel Yilma, der äthiopisch-orthodoxe Bischof für Nord-, Ost- und Westafrika (Mitglied des Hl. Synod) war extra aus Äthiopien angereist, um gemeinsam mit der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche für Österreich, die in Schwechat seit 4 Jahren ihre kirchliche Heimat gefunden hat, das große Marienfest zu feiern. Als Ehrengast war der (röm.-kath.) Erzbischof von Wien,  Kardinal Christoph Schönborn, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, eingeladen; auch  Bernhard Heitz (Altkatholischer Bischof für Österreich),  Frau Konjit Sine Georgis (Botschafterin Äthiopiens für Österreich und Nachbarländer), weitere Würdenträger der Äthiopischen Kirche, sowie viele Gläubige aus der Äthiopischen, wie auch der Schwechater (röm.-kath.) Pfarrgemeinde waren mit dabei, als der bunt-beschwingte Gottesdienst des Mariä Himmelfahrtfestes (welches nach dem für Äthiopisch relevanten Julianischen Kalender erst 2 Wochen nach dem 15. 8. fällt) gefeiert wurde.

Die festlich-farbenfrohe und fröhliche „Tabot-Prozession“ rund um die Kirche setzte die Feierlichkeiten fort – der „Tabot“ ist das Heiligtum dieser Kirche und stellt die (alttestamentliche) „Bundeslade“ dar, in welcher die Gesetzestafeln des Mose mitgetragen wurden. Bischof Yilma erklärte in seiner Predigt, dass die Gottesmutter Maria die „neue Bundeslade“ sei – sie hat Gott in sich getragen und ist damit für Christen Vorbild, die ebenso Gott in sich tragen und „zur Welt bringen“ sollen. Für das ausgesprochen positive Klima der Ökumene in Österreich gab es lobende Worte, die so intensive Unterstützung der Erzdiözese Wien für die Äthiopische Kirche, wie auch das gute Miteinander der Kirchen in Schwechat, wurde unter großem Applaus bedankt.

In seine Ansprache betonte Kardinal Schönborn, dass es für ihn nicht nur eine Freude, sondern zugleich „Heilige Pflicht“ sei, einer so alten und an Traditionen reichen Kirche so gut es ginge zu helfen. Zugleich entschuldigte er sich „als Vertreter der Mehrheitskirche in Österreich“ für ausländerfeindliche Parolen, die dieser Tage auf Wahlplakaten zu lesen ist: „Hier schäme ich mich für Österreich – aber seien Sie versichert, dass keineswegs die Mehrheit der Österreicher, geschweige denn Christen hier so denkt!“

Anknüpfend an den enthusiastischen Tanz des Äthiopischen Priesters Fantahun gemeinsam mit dem Chor ging er auf jenen Tanz des alttestamentlichen Königs Davids vor der Bundeslade ein, wofür David von seiner Frau verächtlich angesehen wurde: „Es ist eine Bibelstelle, an der ich ganz persönlich viel gelernt habe: Für die Freude an Gott brauchte ich mich nicht zu schämen! Davon können wir noch viel lernen!“ Der Äthiopische Bischof übergab ihm daraufhin eine kostbare Marien-Ikone mit der Anregung, sie in sein Schlafzimmer zu hängen, um sich an die Äthiopischen Christen immer wieder zu erinnern, wie auch sogar nachts für sie zu beten. Eine eben solche wurde auch Alexander Kralic überreicht, der als Generalsekretär des Afro-Asiatischen-Institutes der Diözese Wien (das im Auftrag des Erzbischofs die fremdsprachigen Gemeinden betreut) viel Dank verdient.

„Wir haben hier in Schwechat endlich eine wirkliche Heimat gefunden!“ betonte Fantahun, einer der beiden Äthiopischen Priester, welche die hiesige Kirchengemeinde betreuen; er selbst lebt & wohnt seit über einem Jahr im Schwechater Pfarrhaus. Nach „Wanderjahren“ in Wien hat die Pfarre Schwechat die Filialkirche „Kleinschwechat“ im August 2002 den Äthiopisch-Orthodoxen Christen für die Sonntags-Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Seither sind auch viele persönliche Beziehungen gewachsen. Dem Schwechater Pfarrer Gerald Gump wurde daraufhin ebenso eine wertvolle Ikone übergeben.

„Es ist ganz einfach schön, was zwischen unseren christlichen Kirchen in den Jahren an Beziehungen gewachsen ist“, erzählt der Schwechater (röm.-kath.) Pfarrer Gerald Gump im Anschluss an die Messe. „Besonders seit der Priester Fantahun bei uns im Pfarrhaus wohnt, nehmen auch immer mehr Christen unserer Pfarre Anteil am Leben unserer Schwesternkirche. So manche Initiative, Gottesdienst oder Veranstaltung haben wir schon gemeinsam – auch mit unseren Evangelischen Freunden – sehr gut durchführen können. Und es ist ganz einfach eine Freude, ihre fröhlich-beschwingte Gottesdienste mitzufeiern.“

Anschließend an das Fest wurde gemütlich plaudernd gemeinsam zum Schwechater Hauptplatz spaziert, wo alle Mitfeiernden zum Äthiopischen Mittagessen im Pfarrheim eingeladen waren. Hier gab es dann für die anwesenden Bischöfe die Möglichkeit für intensive Gespräche.

Fotos: Florian Heumayer

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Filseta Le Mariam 2006, Chor der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche; vorne Kardinal Schönborn flankiert von Bischof Daniel und Pfarrer Gump

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Filseta Le Mariam 2006, Aufbruch zur bunten Tabot-(Bundesladen)-Prozession – die Bundeslade wird am Kopf mitgetragen. 

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Filseta Le Mariam 2006, Kardinal Schönborn flankiert von Bischof Daniel und Pfarrer Gump, sowie weiteren Würdenträgern der Äthiopischen Kirche aus dem In- & Ausland

für einmaligem Abdruck in obigem Zusammenhang kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Hinweis:
Äthiopien: Kirche & Land – Impulsvortrag & Gespräch
Mi, 30. 8. 2006, 20 Uhr,
Pfarre Schwechat, Hauptplatz 5, von

Seiner Exzellenz
Bischof Daniel Yilma
Äthiopisch-orthodoxer Bischof für
Nord-, Ost- und Westafrika


Die Kirche Äthiopiens ist in Österreich mit einer einzigen Gemeinde vertreten – sie feiern jeden Sonntag in „Kleinschwechat“ Gottesdienst. Am So, 27. 8. wurde das Filseta Le Mariam-Fest (Mariä-Himmelfahrt) groß gefeiert: Für diesen Anlass ist Bischof Daniel Yilma, Äthiopisch-Orthodoxer Bischof für Nord-, Ost- und Westafrika extra aus Äthiopien angereist.

Aufgrund der tiefen freundschaftlichen Verbundenheit zwischen der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche für Österreich und der Schwechater Pfarrgemeinde hat sich Bischof Daniel (der in der Zeit seines Österreich-Besuches im Schwechater Pfarrhof wohnt) bereit erklärt, einen Abend mit der Pfarre Schwechat zu verbringen: Er wird von Kirche, Volk und Lande Äthiopiens berichten (die eine der ältesten und buntesten christlichen Kulturen ist), sowie für Gespräch und Fragen zur Verfügung stehen.

Äthiopien gilt wirtschaftlich als eines der ärmsten Länder der Welt. Viele kennen nur die Schreckensbilder von Krieg, Hunger, Dürre und Armut, die um die Welt gehen. Was dabei untergeht ist das andere „Äthiopien“ – das Äthiopien der reichen Kultur und Geschichte, in welchem die christliche Religion eine zentrale Rolle spielt.

Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet sich Äthiopien von den anderen Staaten Schwarzafrikas. Sie hat auch heute noch viele urchristliche und jüdische Gebräuche erhalten, die wir heute in Europa nicht mehr kennen, wie z.B. die mosaischen Speisegebote und die Verehrung der Bundeslade (Tabot). Die äthiopisch-orthodoxe Kirche ist bis heute eine der größten orientalisch-orthodoxen Kirchen der Welt.

Zum Referenten:
Geboren 1940, hat in Äthiopien und den USA studiert und war in Äthiopien und Kenia tätig. Vor seiner Bischofsweihe war er Leiter des St. Paul Seminary und des Sunday School Departments des Äthiopisch-orthodoxen Patriarchats, Bischof von Ostafrika mit Sitz in Djibuti.

 

 

 
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