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Internationales Weihnachten in Schwechat PDF Drucken

Pfarrer Gump: „Ein Beispiel, dass wir in konstruktivem Miteinander mit Menschen anderer Kulturen und Religionen feiern können, ohne die eigenen christlichen Grundzüge aufzugeben!“
Traditionelle Weihnachtsfeier der Pfarre Schwechat am Hl. Abend unter Beteiligung & Gestaltung von Menschen aus etwa 15 Nationen; auch muslimische, buddhistische und andersgläubige Gäste mit dabei!


Etwa 50 Personen waren mit dabei, als im Schwechater Pfarrzentrum Zirkelweg wieder die alljährliche Weihnachtsfeier statt fand (24. 12. 2006, 17.30 Uhr). Aus dem „Sozialzentrum Zirkelweg der Pfarre Schwechat“, wie auch vom Pfarrhof, Alleinstehende aus Schwechat, aber auch andere kamen, um den Weihnachtsabend gemeinsam zu feiern.

„Wie jedes Jahr war es auch heuer wieder ein Fest, das die bunte Vielfalt des zur Welt gekommenen Gottes spürbar werden ließ!“, erzählt Pfarrer Gerald Gump begeistert: „Vom Weihnachtsevangelium in mehreren Sprachen bis zu multinationalen Beiträgen: Ein Gott, der sich ganz auf die Vielfalt der Menschen eingestellt hat, war spürbar!“

Diesmal war die Stimmung getrübt, zumal 4 Tage zuvor Saur, ein Mann, der schon mehrere Jahre im Sozialzentrum der Pfarre zu Hause war, trotz weniger Lebensjahre seinem schweren Krebsleiden erlag – liebevoll von Angehörigen aus der Familie, dem Sozialzentrum, wie auch der Pfarre versorgt. Eingangs wurde daher seiner gedacht – gemeinsame Erlebnisse erzählt und für ihn gebetet. Danach begann der Weihnachtliche Teil im Clubraum mit einem Kennenlernen und einer Adventbesinnung. Danach ging’s in den Festsaal, wo zuerst jede/r einen weihnachtlichen Gedanken, Wunsch oder Gebet mit einem diesbezüglich beschriebenen Papierstern am dort wartenden, erleuchteten Christbaum festmachte. Es folgte das Weihnachtsevangelium in mehreren Sprachen, weihnachtliche Lieder aus unterschiedlichsten Kulturen um die im Mittelpunkt aufgestellte Krippe. Auf Tanz und größere Musikdarbietungen wurden in diesem Jahr bewusst aufgrund des Todesfalles verzichtet.

Wie immer galt das pfarrliche Motto: „Jeder trägt etwas bei!“ Jede/r war dann eingeladen, ein persönliches Gebet zu formulieren und mit einer zur Krippe zu stellenden Kerze auch auszudrücken. Dies wurde mit Vater unser und einem Segen zusammengefasst, der aus christlichem Kontext des Weihnachtsfestes alle in den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen hoffenden Menschen mit hereinnahm. Das Feiern mündete in ein multikulturelles Festessen – es ging so zu Ende, dass viele bei der Christmette der Pfarre um 22 Uhr mit dem Feiern fortsetzten.

Immer wieder wurde beim weihnachtlichen Feiern auch als Hinführung von einer muslimischen Mitfeiernden eine Sure des Koran zitiert, in der die Geburt Jesu aus der jungfräulichen Maria beschrieben ist – eine gute Bereicherung: „Es ist ein gutes Beispiel“, so Pfarrer Gump, „dass wir die Kernbotschaft unseres christlichen Glaubens auch mit Gästen aus anderen Religionen feiern können, ohne aus dumm-falscher Rücksichtnahme Wesentliches aufzugeben – eine profilloses Liebhab-Fest würde Wesentliches der Botschaft Jesu verniedlichen!“ Und: „Es ist eine falsch verstandener Rücksichtnahme, wenn alles Christliche aus dem öffentlichen Bewusstsein und Feiern zurück gedrängt wird. Wenn ich nach Ägypten fahre, erwarte ich mir auch nicht, dass dortige Moslems ihre Glaubensfeste ‚aus Rücksicht auf christliche Gäste’ verfälschen – im Gegenteil: Um diese Feste zu erleben fahre ich ja hin. Nicht auszudenken, wie das erst z. B. beim Karneval in Rio wäre…“ Und vor allem zeigt sich, dass statt einfältiger Angst vor Fremdem (z. B. muslimischen Gläubigen) ein kreatives Miteinander großartige Wege in die Zukunft eröffnet.

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