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Pfarrer Gump: „Eine bunte Vielfalt, die das Leben bereichert; denn: In der Kirche gibt es keine Ausländer, bei Gott sind alle Menschen zu Hause!“ - 3. 11. 2009
4 Kontinente sind vertreten, wenn im Schwechater Pfarrhaus zu Mittag gegessen wird: Die bunte Internationalität lässt spüren, wie vielfältig und bereichernd die Weltkirche ist. Neben dem „Sozialprojekt Zirkelweg der Pfarre Schwechat“, wo in den letzten Jahren ca. 1000 Menschen aus 50 Nationen gelebt haben, wird die kulturelle Vielfältigkeit auch im Pfarrhaus sehr alltäglich spürbar…
Seit 3 Wochen ist Sahaya in Schwechat zugegen, der – aus Indien kommend – im Rahmen eines großen Entwicklungshilfe-Projektes der Erzdiözese Wien hier eine postgraduate-Ausbildung auf der Universität Wien macht, um danach das hier erlernte Know-How produktiv in der Kirche Indiens einzubringen. Während seiner Studienjahre lebt er in der Pfarre Schwechat und wirkt als Aushilfskaplan mit.
Dieser Tage ist auch Fantahun da: Mehrere Jahre hat der Äthiopier in Schwechat gelebt und im Rahmen des gleichen Programms der Wiener Diözese sein theologisches Magisterium absolviert – nun steht er unmittelbar vor Abschluss seines Doktorrates. Begleitend war er für die Äthiopisch-Orthodoxe Christengemeinde zuständig, die seit nunmehr fast 10 Jahren ihren Gottesdienstort in der Kirche „Kleinschwechat“ (eine Filialkirche der Pfarre Schwechat) hat. „Schön, dass die Erzdiözese Wien auch diese orthodoxe Minderheitskirche finanziell und ideell fördert – genauso wie auch wir Schwechater, die wir die guten Kontakte & gemeinsamen Feste genießen“, erzählt Pfarrer Gerald Gump. „Dieses Programm ist wohl eine der sinnvollsten Formen der Entwicklungshilfe: Menschen aus dem Süden mit einer guten Ausbildung zu fördern unter der Auflage, danach das hier Erlernte produktiv in der Heimat einzubringen!“ Leider verzögert sich der Abschluss des Doktorates noch: Aufgrund einer Krisensituation der Äthiopischen Kirche wurde er überraschend in die Heimat berufen, um interministisch die Leitung der Diözese Addis Abeba (der größten Diözese der Äthiopisch-Orthodoxen Christenheit) zu übernehmen, eine Berufung, die vor wenigen Tagen durch den Heiligen Synod um weitere Monate verlängert wurde. Doch: „In der Pfarre Schwechat bin ich zu Hause“, wie Fantahun immer wieder betont.
Aber auch andere Länder sind vertreten: Der neue Rannersdorfer Pfarrer Martin – ebenso zu Studienzwecken an der UNI Wien – stammt aus der Slowakei (wo er weiterhin an der Universität Gesellschaftslehre unterrichtet). Mehrmals wöchentlich ist er beim Mittagstisch dabei und genießt die überpfarrliche Gemeinschaft. Pastoralassistent Daniel wurde in Kanada geboren und wuchs in Tschechien & Österreich auf. Pfarrhaushälterin Anna stammt aus Ungarn, Pastoralassistentin Geli aus Oberösterreich und Pfarrer Gerald selbst kam als „echter Wiener“ („bis zur Böhmischen Urgroßmutter, sowie mit Vorfahren aus Venetien und div. Bundesländern“) zur Welt. „Wer als echter Wiener ausländerfeindlich ist, muss schon ein gerütteltes Maß an Masochismus pflegen!“ meint er lächelnd im Blick auf diesen typischen Wiener Stammbaum.
„Die einzige wirkliche Schwechaterin ist unsere Pfarrsekretärin Lotte“, wie Pfarrer Gump erzählt. „Es ist ganz einfach wunderschön & bereichernd, alltäglich diese bunte Vielfalt unserer Weltkirche zu erleben. Ganz selbstverständlich ist hier spürbar, wie stupid oft Vorurteile gegen ‚die Ausländer’ oder ‚die anderen’ sind. Doch wie immer liegt dies halt zumeist in tiefer, innerer Angst verursacht: Wenn zuwenig Selbstbewusstsein da ist und noch dazu das ‚Andere’ unbekannt, ist es eben ein guter Nährboden für Engstirnigkeit, die die bunte Weite des Lebens ausblendet. Solche Leute lade ich gerne mitten in unser Pfarrgeschehen ein, um hier die Wirklichkeit zu erleben. Denn: In der Kirche gibt es keine Ausländer – bei Gott sind alle Menschen zu Hause…“
Foto: für einmaligem Abdruck in obigem Zusammenhang kostenfrei zur Verfügung gestellt
v.l.n.r. stehend: Pfarrer Gerald Gump, Kaplan Sahaya Thatheus Thomas, Pastoralassistent Daniel Vychytil, Pfarrer Martin Sumec
v.l.n.r. sitzend: Pastoralassistentin Geli Grabner, Generalvikar Fantahun Muche Assefa, Bereket – ein Bub aus der Äthiop.-Orthodoxen Christen-Gemeinde, Pfarrhaushälterin Anna Koliander, Pfarrsekretärin Lotte Liebenauer

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