Pfarrer Gump: Die Herbergssuche zeigt, wie stark die alten Rituale auch heute ihre Wirkung zeigen…
Der Kirchenplatz war gefüllt, als am 4. Adventsonntag zum normalen Zeitpunkt der Familienmesse alle vor der Kirche zusammen trafen. Durch „Joshua & Hannah“, 2 Puppen, die den ganzen Advent über in den Familienmessen erklärend am Werk waren, hingeführt wurde das alte Ritual des Herbergssuchens begonnen. „Wer klopfet an…“ – mit diesen gut bekannten Klängen öffnete der Wirt das große Kirchentor, welches – nach kurzem Wechselgesang – mit einem lauten Knall wieder zugeschlagen wurde; und das gleiche geschah dem Lied gemäß 3 Mal.
„Von den Kindern bis zu uns Erwachsenen war es für alle wirklich tief erlebbar, was es heißt, vor der Nase die Türe zugeschlagen zu bekommen!“ erzählt Pfarrer Gerald Gump im Anschluss an die Feier. „Und genau darauf will dieses Ritual aufmerksam machen: Menschen schlagen Gott und einander die Türe des Herzens zu. Das schöne an Weihnachten aber ist: Gott kommt trotzdem – und nimmt mitten im nicht Vorbereiteten unseres Lebens Platz!“
So wurden dann für alle wirklich die Tore der Kirche geöffnet und mit 2 Weg-Stationen (in Rosalienkapelle bzw. bei der uralten Marienstatue wurde aus der Bibel gelesen, gebetet und verschiedenen Gedanken nachgegangen) der Weg fortgesetzt. Abschluss war beim Hauptaltar, wo alle eingeladen waren, ihre Kerze vorzustellen und etwas Stroh in die Krippe zulegen: „Gott kommt in unser Leben – Gott sei Dank! Wir können aber seinen Platz ein wenig besser gestalten, es ihm im Leben ‚weicher‘ machen!“ erklärte Pfarrer Gump dabei.
Mit Vater unser und Lied ging der Weg der Herbergssuche zu Ende – direkt danach schloss sich die Probe für die Krippenandacht an, wo schon viele Kinder eifrig den Nachmittag des Hl. Abends planen (Krippenandacht ist am 24. 12. 2011, 16 Uhr)!
Fotos: Andreas Leiter