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| Auf Wiedersehen, Fantahun - 5. 11. 2006 |
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Äthiopisch-Orthodoxer Priester verlässt nach 5 Jahren Österreich und wird „Außenminister“ der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche (deren Patriarch Präsident des Weltkirchenrates ist) „Wenn ich dich, Schwechat, jemals vergesse, soll mir meine rechte Hand verdorren!“ meinte Fantahun Muche Assefa, Priester der Äthiopisch-Orthodoxen Gemeinde für Österreich (deren Gottesdienste in der Kirche Kleinschwechat gefeiert werden) in Abwandlung eines Psalmverses! Es war eine berührende Dankfeier, als Fantahun nach 5 Jahren seines Aufenthaltes in Österreich am Sonntag in der Abendmesse der Kath. Pfarrgemeinde am Hauptplatz Schwechats Abschied nahm. 5 Jahre war er im Rahmen eines Stipendienprojektes der Erzdiözese Wien (die damit die größte private Stipendiengeberin Österreichs ist) zu Studienzwecken in Österreich und für die einzige Äthiopisch-Orthodoxe Kirche Österreichs (jene in Kleinschwechat) verantwortlich. Vergangenen Montag konnte er sein Magisterium der Theologie mit Auszeichnung abschließen – am morgigen Montag fliegt er heim zu seiner 5jährigen Tochter; seine Frau ist vergangenes Jahr verstorben. „Bewundert habe ich bei Dir, wie intensiv Du in unsere Welt hier eingetaucht bist!“ meinte der Schwechater Pfarrer, Gerald Gump, in seinen Dankesworten – und ergänzend: „Man konnte mit Fantahun jederzeit über hiesige Kultur, den Stand der Koalitionsverhandlungen oder auch die letzten Fußballergebnisse plaudern – und er wusste über alles detailliert Bescheid! Besonders aber bist Du uns durch Deine herzliche und menschliche Art ans Herz gewachsen“, so Gump zu Fantahun, der seit August 2005 im Schwechater Pfarrhof lebte und seither sehr intensiv auch in das pfarrliche Leben der röm.-kath. Schwesternkirche hereingewachsen war. Für die liebevolle Aufnahme und die gute Begleitung gerade in der Trauer nach dem Tod seiner Frau bedankte sich Fantahun bei Pfarrgemeinde und Pfarrer. „Hier habe ich die Kath. Kirche kennen & lieben gelernt!“ Am Ende des Gottesdienstes gab es nicht nur persönliche Geschenke, wie ein Wandtuch mit Foto der Kirche und vielen Unterschriften aus der Pfarrgemeinde, sondern die gesamte Messgemeinde legte Fantahun die Hände auf, um für ihn segnend zu beten, bevor dieser seinerseits den Abschluss-Segen der Messe – allerdings auf Amharisch – sprach. Anschließend wurde im Club Mosaik weiter gefeiert. Eine Gruppe von 7 Personen aus der Pfarre, darunter Pfarrer Gump und Pastoralassistentin Tabsi-Maria Oberhauser, begleitet Fantahun für 2 Wochen in die Heimat. Doch auf Fantahun wartet in dessen Heimat nicht nur seine Tochter: Er wurde vom Patriarch der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche schon zum Leiter des Büros für die Außenkontakte der Kirche ernannt, quasi zum „Außenminister“. Das hat besonders auch dadurch Bedeutung, da der Patriarch zugleich Präsident des Weltkirchenrates ist. „Es wäre auch dumm, all Deine Fähigkeiten nicht gleich in derlei Verantwortungsbereichen produktiv einzusetzen!“, so Gump in seinen Worten!
weiterer Bericht: „Kirchliches Gipfeltreffen in Schwechat“ Fotos: Florian Heumayer |

