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Solidaritätszahlung „direkt aus dem Eucharistiefeiern“ zugunsten der Ärmsten
1. Halbjahr abgeschlossen:
€ 6.000,- aus dem Pfarrbudget für Projekt im „Süden“ überwiesen
„Ab sofort zahlen wir für jede Messe, die bei uns gefeiert wird, einen „Solidaritätsbeitrag“ von € 10,- aus unserem Finanzbudget für die Ärmsten der Armen!“, so der Beschluss des Pfarrgemeinderates der Pfarre Schwechat Ende 2010, der mit dem neuen Kirchenjahr wirksam geworden ist! „Und für jede Sonntagsmesse zahlen wir das Dreifache – schließlich ist sie Zentrum unseres Lebens als Pfarrgemeinde, und das muss sich noch viel stärker für die Armen auswirken!“ 10 Euro klingen nicht viel – über das Jahr verteilt wird der Betrag aber auf etwa € 14.000,- anwachsen, die im pfarrlichen Budget gespart werden müssen.
Das erste Halbjahr der Aktion ging mit dem Fronleichnamsfest 2011 zu Ende – € 6.001,42- wurden aus dem pfarrlichen Budget (inkl. einiger zweckgewidmeter Privat-Spenden samt dafür reserviertem Opferstock) an den Entwicklungshilfeklub für das Projekt in Bangladesch („Der Armut entkommen“) weitergegeben. Mit Juli beginnend wird für das nächste Projekt (Kleinkreditprogramm der Caritas in Ägypten) gesammelt bzw. „gefeiert“.
Lange Diskussionen sind dem Pfarrgemeinderats-Beschluss vorausgegangen – die Idee war, einen neuen Anlauf zu nehmen, noch mehr mit denen zu teilen, die es nötig haben. Selbstverständlich werden gerade durch die Kirchenbesucher große Summen bei vielfältigen, caritativen Projekten gespendet – doch hier ist die Idee, dass das Feiern der Messe quasi „automatisch“ Auswirkungen hat, die skandalösen Ungerechtigkeiten in unserer Welt zu verändern.
„Natürlich war schnell die Frage da, ob wir uns das leisten können – noch dazu, wo Kirchenbeitragsmittel drastisch sinken!“, erzählt die Chefin des Pfarrgemeinderates, Karin Elnrieder von den Gesprächen. „Doch sehr bald hat sich die Gegenfrage durchgesetzt: Können wir uns leisten, weiterhin der Ungerechtigkeit der Welt so tatenlos zuzuschauen?“ Das Österreichische Bundes-Budget 2011 schränkt die für Österreich eh schon schändlich geringe Entwicklungshilfe noch einmal drastisch ein. Zu 0,7% des BIP hat sich Österreich verpflichtet, schon bisher waren wir mit 0,51% im Ländervergleich traurig gering. Die jetzt zusätzlich gekürzten Gelder (€ 83 Mio) könnten die Ernährung von 900.000 Menschen langfristig sichern und damit 3.000 Kinder vor dem Hungertod retten – hier geht die Österreichische Politik (übrigens in unser aller Namen) wirklich über Leichen. Proteste & Ersatzvorschläge aller großen caritativen Organisationen blieben unerhört.
„Da muss ein deutlicher Gegentrend her – als Christen treten wir für eine drastische Erhöhung dieser Gelder, wirkliches Teilen ein.“ erzählt Pfarrer Gerald Gump aus den Diskussionen. „Natürlich wird das auch für uns als Pfarrgemeinde zunehmend zum Problem: Die vielen Austritte aus unserer Kirche schmälern unsere finanziellen Möglichkeiten drastisch, die Wirtschaftskrise lässt auch sonst Einnahmen sinken und wir müssen uns weiterhin einschränken. Aber hier geht es um Menschen und um die Eucharistie, den Kern unseres Christ-Seins. Oft genug wird ja nur aus dem Überfluss abgegeben, nicht echtes Teilen; hier ein kleiner Mosaikstein dazu, damit die Eucharistie ‚im Sinne des Erfinders‘ läuft.“
„Für das Gesamtjahr rechnen wir mit etwa € 14.000,- Das Geld wird uns sicher deutlich abgehen – aber das Grundanliegen der Messe geht hier vor!“ so Gump namens des PGRs.
Das Motto & Logo: "5 Brote ..."
Das Mosaik von Tabgha am traditionellen Ort der Brotvermehrung Jesu ist bekannt. Beim genauen Hinschauen zeigen sich aber von den biblischen 5 Broten nur 4. Eine alte Beschreibung schon deutet, dass das 5. Brot der dieses Altarmosaik umgebende Kreis von Gläubigen ist, welche „Brotbrechen“, also Messe feiern.
Dieser Gedanke wurde in der Pfarre vor 2 Jahren beim Fronleichnamsfest in den Mittelpunkt gestellt: Jede/r Mitfeiernde war eingeladen, einen kleinen Mosaikstein in den umgebenden Kreis einzusetzen. „Das 5. Brot sind wir als kirchliche Pfarrgemeinde, die wir um IHN versammelt sind!“ war damals der Kern der Predigt von Pfarrer Gump. „Jesus will uns wandeln und ausschicken; wer also ernsthaft Eucharistie mitfeiert ist verbindlich in Leben & Dienst Gottes hereingenommen! Gemeinsam bilden wird das 5. Brot, das Jesus heute verwendet!“ Es darf nicht heißen: „Nimm, o Gott, diese Gaben – aber lass mich selbst in Ruh!“ Bei der „Wandlung“ der Messe geht es primär um unsere „Verwandlung“. Ein Bild dafür, dass die Eucharistie wirklich der Kern einer christlichen Gemeinde ist – von dort gehen Inspiration & Kraft aus. Seit dieser Zeit steht das fertige Mosaik erinnernd und nicht zuletzt mahnend vor unserem Hauptaltar in der Pfarrkirche – und ist auch das Logo unserer neuen Aktion!
Fotos: Martina Stadlbauer & Thomas Wiesinger

*) Foto Fronleichnam 2011, 133: Abschluss des ersten Halbjahres der Aktion: Über € 6.000,- direkt aus dem Mess-Feiern zugunsten von Entwicklungshilfe für die Ärmsten in unserer Welt: PGR-Chefin Karin Elnrieder & Pfarrer Gerald Gump am Schluss der Fronleichnamsmesse am Schwechater Hauptplatz

*) Foto Brot-Teilen 206: „Das gewandelte Brot im Blick der verwandelten Gottesdienstgemeinde“ (Foto: Thomas Wiesinger)

*) Foto Brot-Teilen 112: „Pfarrgemeinderats-Chefin Karin Elnrieder und Pfarrer Gerald Gump verweisen auf das „Geldo-Meter“ der Aktion „Brot teilen“ beim Kircheneingang.“ (Foto: Thomas Wiesinger)

*) Foto Fronleichnam 2009, MStlb (166): „Jeder ist ein kleiner Teil des „Brotes“, das in der Eucharistie gewandelt wird.“ (Foto: Martina Stadlbauer)
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